Scharon nun Herausforderer
Netanjahu verzichtet auf Kandidatur gegen Barak

Der rechtsgerichtete frühere israelische Ministerpräsident gab seine mit Spannung erwartete Entscheidung am Morgen bekannt, nachdem das Parlament eine von ihm geforderte Selbstauflösung der Abgeordnetenversammlung abgelehnt hatte.

dpa JERUSALEM. Der frühere israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu tritt bei der anstehenden Neuwahl für das Amt des Regierungschefs endgültig nicht an. Der rechtsgerichtete Netanjahu (51), der im Mai 1999 bei den allgemeinen Wahlen gegen den amtierenden Ministerpräsident Ehud Barak hoch verloren hatte, gab seine mit Spannung erwartete Entscheidung am Morgen bekannt, nachdem das Parlament eine von ihm geforderte Selbstauflösung der Abgeordnetenversammlung abgelehnt hatte.

Damit steht der Vorsitzende der rechtsgerichteten Likud-Oppositionspartei, Ariel Scharon (71), als Herausforderer Baraks bei der Wahl Anfang Februar fest. Nach dem Verzicht Netanjahus sagte seine Partei einen für diesen Dienstag geplanten Sonderparteitag ab, auf dem Baraks Gegenkandidat gewählt werden solle. Die Kandidatur des umstrittenen, rechtsgerichteten Scharon dürfte Baraks Chancen auf Wiederwahl deutlich verbessern.



Ausgangsbasis war sehr schlecht

Die Knesset hatte am frühen Morgen mit absoluter Mehrheit die Auflösung des Parlaments abgelehnt. Netanjahu, der bei Meinungsumfragen weit vor Barak lag, hatte noch am Montag erklärt, er wolle nur antreten, wenn gleichzeitig auch Parlamentswahlen stattfinden würden, die ihm eine bessere Ausgangsbasis zum Regieren bieten würden.

Unklar ist noch, ob der frühere Ministerpräsident und Parteifreund Baraks, Schimon Peres, gegen Barak kandidiert. Peres hatte in den vergangenen Wochen offen sein Missfallen über die zaghafte Friedenspolitik seines Nachfolgers als Vorsitzender der israelischen Arbeitspartei ausgedrückt, und sich als "Kandidat der Friedensbewegung" ins Spiel gebracht.

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