Scharon reiste heute nach Washington
Verletzte bei Angriff auf Bus in Israel

Im Norden Israels ist heute ein Anschlag auf einen Bus verübt worden, während der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon auf dem Weg in die USA zu Gesprächen mit Präsident George W. Bush war. Vier Menschen seien leicht verletzt worden, teilte die Polizei mit.

Reuters JERUSALEM. Verteidigungsminister Binjamin Ben-Elieser hatte vorher den Abzug der Armee aus weiteren Teilen des Westjordanlandes in Aussicht gestellt, die nach einer Serie von Bombenanschlägen palästinensischer Extremisten wieder besetzt worden waren.

Einzelheiten des Zwischenfalls in der Nähe der Stadt Beit Schean waren zunächst nicht klar. Sanitäter sagten, anhand der Verletzungen könne nicht eingeschätzt werden, ob es sich um Schüsse oder eine Explosion gehandelt habe. Die Polizei vermutete, dass sich ein Schütze in der Gegend befand. Ein Feuerwehrmann sagte im Rundfunk, auf den Bus sei vermutlich geschossen worden. Mehrere Fenster seien zersplittert. Einige Leute seien durch Glassplitter verletzt worden, andere hätten einen Schock erlitten.

Scharon reiste heute nach Washington, wo am Mittwoch ein Treffen mit Bush auf dem Programm steht. Die USA drängen Israel, weniger hart gegen die Palästinenser vorzugehen, um nicht die Unterstützung der arabischen Staaten für einen Sturz des irakischen Präsidenten Saddam Hussein aufs Spiel zu setzen. Vor allem die große Zahl ziviler Opfer bei dem jüngsten Angriff israelischer Soldaten im Gaza-Streifen wurde von der US-Regierung kritisiert.

Außerdem dürfte es bei dem Gespräch Scharon-Bush darum gehen, wie sich Israel im Falle eines Irak-Krieges verhält. Israel hat mit Vergeltungsschlägen gedroht, sollte Irak es mit Massenvernichtungswaffen angreifen. Die USA befürchten, dass damit eine unkontrollierbare Eskalation einhergehen könnte. Im Irak-Krieg 1991 hatte Irak 39 Raketen mit konventionellen Sprengköpfen auf Israel abgefeuert. Sie verursachten zwar nur wenige Opfer, aber schwere materielle Schäden im Gebiet von Tel Aviv. Unterdessen hat Israel seine Raketenabwehr stark ausgebaut.

In Kreisen der israelischen Regierung wurde damit gerechnet, dass Bush Erleichterungen für die palästinensische Zivilbevölkerung fordern wird, die unter den Aktionen der israelischen Armee gegen Extremisten besonders zu leiden hat. Israels Verteidigungsminister Ben-Elieser teilte mit, es gebe bereits intensive Beratungen über eine Lockerung der Militärpräsenz im Süden des Westjordanlandes. Im August war die Armee wieder aus Bethlehem abgezogen. Dieser Abzug könne auch im Süden des Westjordanlandes fortgesetzt werden, sagte Ben-Elieser. Als nächstes könnten die Panzer und Soldaten aus Hebron abziehen.

Der Einmarsch der Armee in die autonomen Gebiete war eine Reaktion auf eine Serie von Selbstmordanschlägen radikaler Palästinenser in Israel, bei denen Dutzende Zivilisten starben. Die Palästinenser kämpfen gegen die israelische Besetzung für einen eigenen Staat im Westjordanland und im Gaza-Streifen. Die radikalen Palästinenser-Gruppen wollen darüber hinaus den Staat Israel vernichten.

In Jerusalem führte die israelische Polizei Ikrima Sabri, den Mufti von Jerusalem, zu einem Verhör ab. Dabei sei es um seine Äußerungen über palästinensische Selbstmordattentäter gegangen, teilte die Polizei mit. Der Mufti, die höchste religiöse Autorität der Palästinenser, hatte einer arabischen Zeitung gesagt, die Selbstmordanschläge radikaler Palästinenser seien ein legitimer Akt der Selbstverteidigung gegen die Besetzung ihres Landes. Nach seiner Rückkehr von dem etwa dreistündigen Verhör protestierte der Geistliche gegen die Festnahme.

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