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Scharon unterbreitet Arbeitspartei Angebot für große Koalition

Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon hat der oppositionellen Arbeitspartei nach einer monatelangen Regierungskrise die Bildung einer großen Koalition angeboten.

dpa TEL AVIV. Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon hat der oppositionellen Arbeitspartei nach einer monatelangen Regierungskrise die Bildung einer großen Koalition angeboten.

Damit sollten vorgezogene Neuwahlen und ein Scheitern des angekündigten Abzugs aus dem Gazastreifen verhindert werden, zitierten israelische Medien am Dienstag Mitglieder der Arbeitspartei. Vertraute Scharons begannen den Berichten zufolge in der Nacht erste Sondierungen mit der Partei von Schimon Peres.

Scharon droht bei einem Parlamentsvotum über den Haushalt am Mittwoch der Zerfall seiner Regierung, weil es zuletzt auch Streit um die staatliche Finanzierung von streng religiösen Einrichtungen gegeben hat. Die bürgerlich-säkulare Schinui-Partei beharrt darauf, sie werde gegen das Budget 2005 stimmen. Scharon, dessen Koalition schon jetzt über keine eigene Mehrheit mehr im Parlament verfügt, hat den Schinui-Ministern mit Entlassung gedroht.

Scharon wurde mit den Worten zitiert, wenn die Schinui-Partei ausscheide, sei eine große Koalition "jetzt das Beste für Israel". Notfalls werde er auch vor Neuwahlen nicht zurückschrecken. Ein Sprecher der Arbeitspartei sagte dagegen, seine Partei wolle an einer Regierung beteiligt sein, die Scharons Likud, die ultra-orthodoxe Partei Vereinigtes Tora-Judentum und auch Schinui umfasse. Die betont säkulare Schinui ist jedoch nicht bereit, mit strengreligiösen Parteien in einer Regierung zu sitzen. Ein Regierungsbündnis zwischen Likud, Arbeitspartei und dem Vereinigten Tora-Judentum würde Scharon eine Mehrheit von 66 der insgesamt 120 Mandate im Parlament sichern.

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