Scharon verlangte von USA Garantie für Verweigerung der Rückkehr
Arafat nimmt nicht an Beiruter Gipfel teil

Der palästinensische Präsident Jassir Arafat wird auf eigene Entscheidung hin nicht am Gipfel der Arabischen Liga in Beirut teilnehmen. Das teilte der palästinensische Informationsminister Jassir Abed Rabbo am Dienstag mit. Zuvor hatte der israelische Ministerpräsident entgegen des Drängens der USA erklärt, die Zeit sei nicht reif für eine Ausreise Arafats.

wiwo/ap JERUSALEM. Schon vor Arafat sagte ägyptische Präsident Husni Mubarak seine Teilnahme an dem am Mittwoch beginnenden Gipfel ab. Damit stand das Treffen schon vor seinem Beginn unter einem schlechten Stern.



"Präsident Arafat hat sich entschieden, nicht am arabischen Gipfel morgen in Beirut teilzunehmen", sagte Rabbo. Scharon hatte drei Stunden zuvor überraschend einen Freibrief dafür gefordert, Arafat im Falle einer Reise nach Beirut nicht wieder einreisen lassen zu dürfen, wenn während dessen Abwesenheit Terroraktionen stattfänden. Er verlangte im israelischen Fernsehen, die USA müssten Israel das Recht garantieren, Arafat nach dem Beiruter Gipfel die Rückreise zu verweigern. Von Arafat forderte Scharon, die Palästinenser förmlich zu einem Ende der Gewalt aufzurufen.

Ein Sprecher des Weißen Hauses, Ari Fleischer, sagte, die Haltung von US-Präsident George W. Bush in der Frage sei klar. Fleischer spielte damit auf die Forderung Bushs an, Arafat nach Beirut reisen zu lassen. Außenamtssprecher Richard Boucher sagte später, die USA blieben bei ihrer Forderung, dass Israel Arafat eine Reise "mit Rückfahrkarte" garantieren müsse.

Als einen weiteren Rückschlag für die Nahost-Diplomatie der USA wurde von Beobachtern der Umstand gewertet, dass in einem am Dienstagabend bekannt gewordenen Entwurf für ein Dokument des Beiruter Gipfels der Friedensplan des saudischen Kronprinzen Abdullah nicht erwähnt wird. In dem Entwurf wird lediglich von Israel die Rückgabe aller seit 1967 besetzten arabischen Gebiete verlangt.

Gründe für die Absage Mubaraks wurden in der Meldung des ägyptischen Fernsehens nicht genannt. Nach der Absage Mubaraks wird die ägyptische Delegation von Ministerpräsident Atef Obeid angeführt. Mubarak hatte zuvor Arafat von einer Teilnahme abgeraten. In den bislang bekannt gewordenen inoffiziellen Entwürfen der saudischen Initiative wird Israel eine Normalisierung der Beziehungen zu den arabischen Nachbarn in Aussicht gestellt, wenn es sich aus den 1967 eroberten Gebieten komplett zurückzieht und einen palästinensischen Staat mit Jerusalem als Hauptstadt anerkennt. Dies lehnt die israelische Regierung bislang jedoch ab.

Zwei Beobachter im Westjordanland erschossen

Bei einem gewaltsamen Zwischenfall im Westjordanland wurden am Dienstag zwei Mitglieder einer internationalen Beobachtermission erschossen. Israelischen Rundfunkberichten zufolge geriet ihr Fahrzeug auf einer Umgehungsstraße nahe Halhul nördlich von Hebron unter vermutlich palästinensischen Beschuss aus dem Hinterhalt. Die Opfer gehörten der internationalen Mission TIPH in Hebron an, die 1994 zum Schutz der geteilten Stadt eingerichtet wurde. Laut norwegischen Angaben handelte es sich um einen Türken und einen Schweizer.

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