Scharon will an Truppenrückzug festhalten
Nahost: Neue Anschläge erhöhen Spannungen

Zwei Anschläge von Palästinensern in Israel haben am Sonntag insgesamt sieben Menschen das Leben gekostet und die Spannungen im Nahen Osten weiter erhöht. Die Regierung von Ministerpräsident Ariel Scharon will dennoch an dem zugesagten Truppenrückzug aus Bethlehem und Beit Dschala festhalten, falls die Waffenruhe in diesem Städten eingehalten wird.

ap HADERA. In der nordisraelischen Stadt Hadera fuhren zwei militante Palästinenser in einem Auto mit israelischem Nummernschild an einer Bushaltestelle vorbei und schossen wahllos auf die dort wartenden Menschen. Vier Israelis wurden getötet, drei weitere verletzt. Polizisten in Zivil erwiderten das Feuer und töteten die beiden Angreifer, wie ein Augenzeuge im Armeerundfunk berichtete.

In einer Videoaufnahme bekannte sich die Untergrundorganisation Islamischer Dschihad zu dem Überfall. Der Film zeigte die beiden Angreifer im Alter von 22 und 23 Jahren mit dem Foto eines zehnjährigen palästinensischen Mädchens, das in der vergangenen Woche ums Leben kam.

An der Grenze zum Westjordanland wurde am Morgen ein israelischer Soldat erschossen. Dazu bekannte sich die militante Organisation El-Aksa-Brigade. Ein Anrufer im Büro der Nachrichtenagentur AP erklärte, der Angriff auf ein israelisches Militärfahrzeug sei die Vergeltung für die Ermordung eines Fatah-Aktivisten am Samstag in Tulkarem. Die El-Aksa-Brigade ist mit der Fatah-Bewegung des palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat verbunden.

Trotz der Anschläge hielten die israelischen Streitkräfte an ihrer Absicht fest, sich am Sonntagabend aus den palästinensischen Städten Bethlehem und Beit Dschalla zurückzuziehen. Solange die Lage dort ruhig bleibe, gebe es keinen Anlass, den Rückzug nicht vorzunehmen, sagte Raanan Gissin, ein Sprecher des israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon. Allerdings habe der Anschlag in Hadera eine Atmosphäre geschaffen, die einem weiteren Rückzug aus anderen palästinensischen Ortschaften nicht förderlich sei.

Am Samstag war der ursprünglich schon für diesen Tag vorgesehene Abzug aus Bethlehem und Beit Dschalla verschoben worden, nachdem es dort zu neuen Schießereien mit Palästinensern gekommen war. Am Freitagabend hatte sich Israel unter dem Druck der USA zu dem Rückzug bereit erklärt, dies jedoch mit der Bedingung einer anhaltenden Waffenruhe verknüpft. Der Vorstoß in die palästinensischen Gebiete war eine Reaktion auf die Ermordung des israelischen Tourismusministers Rehawam Seewi.

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