Scharon will Bush Beweise für Verstrickung Arafats in Terroraktionen vorlegen
Ende des Nervenkriegs um Geburtskirche zeichnet sich ab

Im Nervenkrieg um die seit Anfang April belagerte Geburtskirche in Bethlehem hat sich am Montag eine Lösung abgezeichnet. Uneinigkeit bestand nach übereinstimmenden Aussagen von Israelis und Palästinenser aber unter anderem noch in der Frage, wie viele militante Palästinenser ins Exil gehen sollen.

WiWo/ap JERUSALEM. Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon traf unterdessen in den USA ein. Wie es hieß, wollte er dort auch Dokumente vorlegen, die eine persönliche Verwicklung Arafats in Terroranschläge belegen sollen.

Einigkeit bestand offenbar darin, dass die überwiegende Mehrheit der in der Geburtskirche eingeschlossenen Palästinenser freigelassen wird. Während aber die Palästinenser darauf bestanden, dass nicht mehr als acht Personen ins Exil abgeschoben werden, will Israel mindestens ein Dutzend ausweisen. Der palästinensische Politiker Hassan Abed Rabbo, ein Führungsmitglied der Fatah-Bewegung des palästinensischen Präsidenten Jassir Arafat, sagte in der Nacht zum Montag, sechs bis acht Palästinenser sollten von Italien aufgenommen werden, 30 weitere würden nach Gaza gebracht. Die übrigen würden freigelassen.

Der israelische Verteidigungsminister Benjamin Ben Elieser sagte, das Problem liege darin, die Personen richtig auszuwählen. "Aber wir bewegen uns sicher in die richtige Richtung." Die israelischen Truppen würden Bethlehem sofort verlassen, wenn eine Einigung gefunden sei. Aus US-Kreisen verlautete, eine Einigung werde vermutlich nicht vor Dienstag erreicht. An den Verhandlungen sei auch der CIA-Vertreter in Tel Aviv, Jeff O'Connell beteiligt. Nach palästinensischen Angaben vermittelten auch die EU und der Vatikan.

Anfang April waren mehr als 200 Palästinenser, darunter 30 Bewaffnete, in die Geburtskirche geflüchtet. Israelische Soldaten umstellten das Gebäude. Israel hatte zunächst gefordert, dass sich die Palästinenser ergeben, und ihnen später angeboten, ins Exil zu gehen. Rund 75 Palästinenser haben die Kirche seitdem verlassen. Derzeit befinden sich noch etwa 100 Personen in der Kirche, darunter auch Mönche und propalästinensische ausländische Demonstranten.

Drei palästinensische Kinder erschossen

Scharon sollte am Montag mit US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld und am Dienstag mit Präsident George Bush zusammentreffen. Ein Großteil der Unterlagen, die Arafat belasteten, sei während der Besetzung von Gebäuden der Autonomiebehörde beschlagnahmt worden, teilte Kabinettsminister Dan Naveh mit. Der palästinensische Informationsminister Jassir Abed Rabbo sprach von Fälschungen.

Bei einem Feuergefecht in der Nähe des Gazastreifens wurden am frühen Montagmorgen drei Palästinenser erschossen und zwei israelische Soldaten verwundet. Im Westjordanland drangen israelische Truppen in das Flüchtlingslager Tulkarem ein. im Westjordanland sind drei palästinensische Kinder im Alter drei, vier und neun Jahren von israelischen Soldaten erschossen worden.

Im Norden des Westjordanlandes erschossen israelische Soldaten eine palästinensische Mutter und ihre zwei kleinen Kinder. Die Armee bedauerte den Vorfall und erklärte, die Soldaten hätten nach einer Minenexplosion unter ihrem Panzer auf verdächtige Personen geschossen.

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