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Scharon will Gaza-Abzug in einem Schritt

Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon will alle 21 jüdischen Siedlungen in einem Schritt räumen lassen. Scharon wolle der Knesset-Fraktion seiner Likud-Partei heute einen entsprechenden Zeitplan für den umstrittenen Abzug unterbreiten, berichteten israelische Medien.

dpa JERUSALEM. Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon will alle 21 jüdischen Siedlungen in einem Schritt räumen lassen. Scharon wolle der Knesset-Fraktion seiner Likud-Partei heute einen entsprechenden Zeitplan für den umstrittenen Abzug unterbreiten, berichteten israelische Medien.

Bisher war geplant, die Siedlungen bis Ende kommenden Jahres in vier Schritten zu räumen. Scharon betonte erneut, er werde an dem von Teilen seiner Partei abgelehnten Rückzug festhalten. "Nichts kann mich aufhalten", zitierte ihn das israelische Fernsehen. "Niemand kann meine Hände und Füße fesseln". Durch einen Abzug in einem Schritt könnte der Widerstand unter den Siedlern begrenzt werden.

Israelische Soldaten haben am Dienstagmorgen einen Selbstmordanschlag am Eres-Kontrollpunkt zwischen Israel und dem Gazastreifen verhindert. Israelische Medien berichteten, ein Palästinenser sei mit einem am Körper versteckten Sprengsatz in den Bereich des Eres-Industriegebiets gekommen. Sein verdächtiges Verhalten erregte den Berichten zufolge die Aufmerksamkeit der Soldaten, die ihn nach Warnschüssen festnahmen, bevor er die Bombe zünden konnte.

Seit Jahresbeginn haben Palästinenser am Eres-Übergang mehrere Selbstmordanschläge verübt. Das örtliche Industriegebiet, in dem zahlreiche Palästinenser arbeiten, wurde daraufhin immer wieder geschlossen.

Am frühen Morgen hatte die Armee bei einem Vorstoß in das Flüchtlingslager Rafah im südlichen Gazastreifen einen 14 Jahre alten Palästinenser erschossen. Wie israelischen Medien unter Berufung auf Augenzeugen berichteten, töteten die Soldaten den Palästinenser, als er sich einer Planierraupe näherte. Ziel der Militäroperation sei die Zerstörung eines verlassenen Gebäudes gewesen, das als Deckung für Angriffe auf Soldaten genutzt worden sei.

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