Scharon wirft Palästinensern Bruch der Waffenruhe vor
Jüdische Siedlerin trotz Waffenruhe erschossen

Nach Schüssen auf eine Familie jüdischer Siedler hat Israels Ministerpräsident Ariel Scharon am Donnerstag einen Bruch der Nahost-Waffenruhe festgestellt und für den Abend das Sicherheitskabinett der Regierung einberufen.

Reuters JERUSALEM. "Ich bedauere es, dass die Palästinenser- Regierung ihre Zusagen nicht eingehalten hat, und wir werden heute entscheiden, wie wir reagieren", sagte Scharon in Jerusalem. In Regierungskreisen hieß es, das Kabinett werde über das geplante Treffen zwischen Palästinenser-Präsident Jassir Arafat und Israels Außenminister Schimon Peres sprechen. Bei dem Anschlag am Morgen wurde eine Siedlerin getötet.

Die Waffenruhe sei von den Palästinensern nur wenige Stunden eingehalten worden, sagte Scharon. Sie habe am Vorabend begonnen "und dann gab es heute einen Ausbruch von Terrorakten". Vertreter der Palästinenser-Regierung bedauerten den Anschlag auf die Siedlerfamilie und bekräftigten, maximale Anstrengungen zu unternehmen, um den Gewaltverzicht durchzusetzen. "Ich gehe davon aus, dass es Leute gibt, die solche Gespräche wie das zwischen Peres und Arafat sabotieren wollen", sagte Kabinettsmitglied Siad Abu Sajjad dem israelischen Armeerundfunk. Israel hatte eine 48-stündige Feuerpause als Voraussetzung für das Treffen genannt.

Die Schüsse kamen von einem vorbeifahrenden Lastwagen

Die Siedlerfamilie war am Morgen mit dem Auto in der Nähe eines Flüchtlingslagers bei Bethlehem unterwegs, als sie beschossen wurde. Das Feuer sei aus einem vorbeifahrenden Lastwagen heraus eröffnet worden, sagte die Polizei. Der Ehemann der Siedlerin sei verletzt worden. Das Paar hatte auch seine Kinder bei sich.



Der palästinensische Informationsminister Jassir Abed Rabbo sagte, er hoffe, das Treffen Arafats mit Peres könne am Sonntag stattfinden. "Ein Vorfall hier oder da sollte die grundsätzliche Entscheidung für die Waffenruhe nicht beeinträchtigen", sagte er. Peres hatte vor dem Anschlag am Morgen gesagt, nach seiner Einschätzung meine es Arafat Ernst damit, bewaffnete und militante Palästinenser im Zaum zu halten. Möglicherweise habe er damit auch schon mehrere Angriffe auf Israelis verhindert.

Beide Seiten hatten am Dienstag unter starkem internationalem Druck eine Waffenruhe erklärt. Nach den Anschlägen in den USA in der vergangenen Woche waren die Befürchtungen gewachsen, die Gewalt im Nahen Osten werde die vom Westen gewünschte Unterstützung arabischer Staaten im Kampf gegen Terrorismus gefährden. Die seit einem Jahr anhaltenden Kämpfe zwischen Palästinensern und der israelischen Armee ließen daraufhin deutlich nach. Es kam nur noch sporadisch zu Schüssen.

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