Scharping: Entsetzlicher Unfall in Kabul bestätigt die Risiken
Expertenteam soll Unglück aufklären

Die schwere Unfall mit zwei deutschen und drei dänischen Toten in Kabul bestätigt nach Worten von Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) auf «entsetzliche Weise die Risiken eines jeden militärischen Einsatzes».

Reuters BERLIN. Ein Team aus deutschen und dänischen Experten soll nach Angaben von Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) noch heute (Donnerstag) nach Kabul aufbrechen, um den Tod der zwei deutschen und drei dänischen Soldaten bei Sprengarbeiten am Mittwoch aufzuklären.

Scharping sagte in Berlin vor Journalisten, bisher sei völlig unklar, warum es bei der Vorbereitung der Sprengung von zwei russischen Boden-Luft-Raketen vom Typ SA-3 zu einer Explosion gekommen sei. Bundeswehr-Generalinspekteur Harald Kujat sagte: "Es ist etwas eingetreten, das wir uns im Augenblick technisch nicht erklären können."

Kujat unterstrich mehrmals, die Ursache liege nicht in mangelnder Fachkompetenz der eingesetzten Soldaten. Nach den bisher vorliegenden Zeugenaussagen hätten sich die Zünder "in erheblichem Abstand" von den zur Sprengung vorbereiteten Raketen befunden, als es zu der Explosion gekommen sei. "Nichts deutet auf einen fachlichen Fehler hin", sagte Kujat. Das Expertenteam, dem vier deutsche und vier dänische Experten sowie bei Bedarf weitere Fachleute angehörten, werde voraussichtlich ein bis zwei Tage zur Untersuchung des Unglücks brauchen.

Scharping drückte den Angehörigen der Getöteten sein Mitgefühl aus. Die bei dem Unglück verletzten acht Soldaten - darunter fünf Deutsche - befänden sich auf dem Rückflug und würden am Nachmittag in Köln eintreffen. Auch die Schwerverletzten befänden sich "in einem stabilen, nicht lebensgefährlichen Zustand". Sie hätten vor allem Splitterverletzungen davongetragen.

Der Verteidigungsminister sagte, der Unglücksfall stelle den Sinn des Einsatzes der Bundeswehr im Rahmen der internationalen Schutztruppe für Afghanistan ISAF nicht in Frage. Er habe mehrfach auf die sehr hohen Risiken hingewiesen, die mit dem Einsatz verbunden seien und derer sich die Soldate vor Ort auch bewusst seien. Die Frage, ob der Einsatz verantwortbar sei, könne man aber mit "sehr gut" beantworten. Derzeit befinden sich nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums rund 1000 Bundeswehrsoldaten in Afghanistan und Usbekistan.

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