Scharping sagt nichts konkretes über den Einsatz
Bundeswehr-Soldaten kämpfen gegen El Kaida

Deutsche Elitesoldaten sind in Afghanistan seit Wochen an gemeinsamen Einsätzen mit US-Militärs gegen die Terrororganisation El Kaida beteiligt.

dpa BERLIN. Nachdem Verteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) dies erstmals bestätigt hatte, teilte der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Bundestags, Helmut Wiezcorek (SPD) am Sonntagabend in der ARD mit, die Einsätze seien "durchweg erfolgreich" gewesen. Außerdem seien deutlich mehr als die bisher genannten etwa 100 Soldaten des Kommandos Spezialkräfte (KSK) in Afghanistan: "sicherlich mehr als 200".

Nach Informationen der "Stuttgarter Zeitung" sollen die KSK- Soldaten Ende März von ihrem Afghanistan-Einsatz zurückkehren. Schon vorzeitig seien mehrere Soldaten der Elitetruppe aus Calw wegen der starken physischen und psychischen Belastung heimgeflogen worden, berichtet die Zeitung in ihrer Montag-Ausgabe. Auch in Kampfhandlungen seien die Elitesoldaten schon verwickelt worden. Eingesetzt würden die deutschen Soldaten im Süden und Osten Afghanistans.

Scharping hatte in einem Interview der "Bild"-Zeitung (Montag) erstmals den Einsatz der KSK-Soldaten bestätigt, der "eindeutig" durch das Mandat des Bundestages gedeckt sei. Nähere Angaben über Art und Umfang der Mission lehnte er mit Hinweis auf die Sicherheit der Soldaten und den Erfolg des Auftrages ab.

"Die KSK-Soldaten werden gemeinsam mit Soldaten unserer Verbündeten eingesetzt", sagte Scharping. Das Parlament und der Verteidigungsausschuss des Bundestages würden "unter Beachtung der notwendigen Geheimschutz-Bestimmungen laufend unterrichtet". Bei dem Einsatz gegen das El-Kaida-Netz des Terroristenführers Osama bin Laden gehe es auch um Aufklärung terroristischer Gefahren und Strukturen.

"Unsere Soldaten erfüllen ihren Auftrag hervorragend und erhalten höchste Anerkennung der Verbündeten für ihre Professionalität", sagte der Minister. "Für alle Einsätze, erst recht für die der Spezialkräfte gilt: Man muss immer zwischen dem berechtigten Informationsbedürfnis der Öffentlichkeit und der Sicherheit der Soldaten abwägen."

Der Bundestag hatte insgesamt 3 900 Soldaten für den Anti-Terror- Kampf bereitgestellt. Unter anderem stimmte das Parlament dem Einsatz von Spezialkräften mit bis zu 100 Soldaten zu. Deutsche Soldaten wurden auch in das Afghanistan benachbarte Usbekistan und nach Dschibuti am Horn von Afrika verlegt. Ferner nehmen ABC- Abwehrspezialisten der Bundeswehr im Irak-Nachbarstaat Kuwait an einem multinationalen Manöver unter Führung der US-Armee teil. Derzeit sind auch etwa 600 Bundeswehr-Soldaten als Teil der internationalen Afghanistan-Schutztruppe (ISAF) in Kabul im Einsatz.

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