Scharping schweigt zu Details des Einsatzes in Afghanistan
Keine Details zu deutschen Soldaten

Bundesverteidigungsminister Rudolf Scharping (SPD) hat unter Hinweis auf Geheimhaltungspflichten nähere Angaben zum Einsatz deutscher Soldaten in Afghanistan verweigert.

dpa POTSDAM. Sie leisteten dort bei der laufenden Offensive gegen Kämpfer der Taliban und der Terrororganisation El Kaida «sanitätsdienstliche Unterstützung», sagte Scharping am Montag vor Journalisten in Potsdam. «Darüber hinaus ist nichts zu sagen und hoffentlich auch nicht zu spekulieren.» Das US-Militärkommando in der Region hatte berichtet, dass deutsche Soldaten an den Kämpfen beteiligt seien.

Dass inzwischen Angehörige von Soldaten des deutschen «Kommandos Spezialkräfte» Belästigungen und Druck ausgesetzt seien, nannte Scharping «widerlich». Es sei schlimm, wenn Ehefrauen und Kinder deswegen an andere Orte gebracht und mit einer neuen Identität versehen werden müssten. Dies sei auf eine «völlige Skrupellosigkeit und Geschmacklosigkeit» einiger zurückzuführen. «Es gibt eine Grenze.»

Als überraschend früh hat der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Helmut Wieczorek (SPD), den Einsatz deutscher Soldaten bei der US-Offensive im Osten Afghanistans bezeichnet.

Neben den Deutschen seien auch Soldaten aus denWieczorek sagte am Montag im Deutschlandfunk: «Mit einem Einsatz haben wir schon gerechnet. Allerdings kam er zeitlich für uns doch auch überraschend.» Er sagte weiter: «Wir haben damit gerechnet, dass das Ganze sich in Afghanistan noch etwas mehr beruhigen würde, und haben gehofft, dass es nicht zum großflächigen Einsatz kommen kann.»

Nach seiner Kenntnis werden die deutschen Soldaten hauptsächlich zum Transport von Verwundeten in Krankenhäuser eingesetzt. «Das war wohl eine der wesentlichsten Aufgaben, die unsere Soldaten innerhalb dieser Handlungen gehabt haben. Dafür haben wir eigentlich auch gute Voraussetzungen.» Auf die Frage, ob es sich um Soldaten des «Kommandos Spezialkräfte» (KSK) handelt, sagte der SPD-Politiker: «Das kann ich im Moment überhaupt nicht sagen.»

Ein Sprecher des zuständigen US-Militärkommandos für die Region hatte am Sonntagabend mitgeteilt, dass an der massiven US-Offensive auch deutsche Soldaten beteiligt sind. Über deren Zahl machte er aber keine Angaben - auch nicht, in welcher Form die Bundeswehr verbündeten Staaten Dänemark, Norwegen und Frankreich sowie Australien und Kanada im Einsatz. Bei der Bodenoffensive waren am Samstag ein US-Soldat und drei afghanische Verbündete getötet worden.

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