Schatzkanzler sieht viele Hindernisse
Briten schieben Euro-Beitritt auf die lange Bank

In einem mit Spannung erwarteten Bericht des Schatzkanzlers Gordon Brown werden gleich eine ganze Reihe von Hindernissen für eine Teilnahme Großbritannien an der europäischen Währungsunion genannt.

dpa LONDON. Der britische Schatzkanzler Gordon Brown sieht erhebliche Hindernisse für einen Beitritt des Landes zum Euro. Dabei geht es unter anderem um eine mangelnde Angleichung der Volkswirtschaften zwischen Großbritannien und der EU sowie eine ungenügende Flexibilität auf dem Arbeitsmarkt. Das geht aus der Einschätzung zu den von Brown erstellten Beitrittskriterien hervor, die am Nachmittag im Unterhaus vorgelegt werden soll.

Nach vorläufigen Analysen der am Montagvormittag verbreiteten umfangreichen Dokumentation, die Brown für seine Entscheidung erarbeitet hat, gibt es keinen "Zeitplan" für einen britischen Beitritt. Brown lasse offen, ob und wann weitere Erhebungen über die Erfüllung der von ihm gestellten Bedingungen folgen würden.

Es gebe "wenig Anzeichen" für eine Konvergenz in der Eurozone, heißt es in den Dokumenten. Unter anderem wegen der unterschiedlichen Strukturierung des Immobilienmarktes sei Großbritannien "besonders anfällig" für Zinsveränderungen.

Positiv wird ein Euro-Beitritt für den Handel bewertet. Den Papieren zufolge könnte der Handel Großbritanniens mit der Eurozone über einen Zeitraum von 30 Jahren sogar um 50 % steigen, falls London sich zum Beitritt entscheidet. "Im Prinzip könnte der Handel mit der Euro-Zone durch einen Beitritt einen Schub erhalten."

Die liberale Zeitung "The Independent" warf der Regierung am Montag vor, mit der erneuten Verschiebung einer Beitrittsentscheidung einen "historischen Fehler" zu begehen.

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