Schau lief schon erfolgreich in Kyoto: Einzige Rembrandt-Ausstellung in Europa

Schau lief schon erfolgreich in Kyoto
Einzige Rembrandt-Ausstellung in Europa

Als einzige Station in Europa ist in Frankfurt von Samstag an eine umfassende Ausstellung mit Gemälden Rembrandts (1606 bis 1669) zu sehen. Die knapp 50 Werke umfassende Schau im Städel, die im japanischen Kyoto 300 000 Besucher anlockte, dauert bis zum 11. Mai. Sie gibt einen Überblick über alle Schaffensperioden des Niederländers.

HB/dpa FRANKFURT. Das Städel präsentiert die Bilder in abgedunkelten Sälen auf grauen Stellwänden, Lichtkegel erhellen die Gemälde, um ihre Leuchtkraft zu steigern.

Städel-Direktor Herbert Beck bezeichnete die Ausstellung als die teuerste in der Geschichte des Musums. Die Finanzierung der 2,4 Mill. Euro teuren Schau war nach dem Rückzug des Landes Hessen lange Zeit unklar, bis Sponsoren einsprangen. Der Mitinitiator der Ausstellung und Autor des Katalogs, Jeroen Giltaij, nannte die Organisation "ein großes Abenteuer". Es sei sehr schwer gewesen, solch wertvolle Bilder als Leihgaben zu bekommen und zu versichern. In Frankfurt seien Rembrandts wichtigste Gemälde zum ersten Mal seit langem zusammen zu sehen.

Für Kurator Michael Maek-Gérard gibt die Ausstellung "einen hervorragenden Überblick über das Gesamtwerk". Das früheste der chronologisch geordneten Werke datiert von 1626, das älteste aus Rembrandts Todesjahr. Zu sehen sind Porträts und Selbstporträts, biblische und mythologische Motive sowie eine Serie kleinformatiger Bilder mit Charakterköpfen. Zu den Hauptwerken zählt die nur teilweise erhaltene "Anatomie", die Ärzte beim Sezieren einer Leiche zeigt. Rund 30 Leihgeber aus aller Welt stellten Werke zur Verfügung.

Die Präsentation in zwei übereinander liegenden Sälen greift den von Rembrandt perfektionierten Hell-Dunkel-Kontrast auf. Die Bilder hängen nicht an der Wand, sondern davor auf grauen Stellwänden. Die Räume sind abgedunkelt und haben kein Tageslicht. Lichtkegel erleuchten nur die Bilder selbst. "Wir haben auf Farbe verzichtet, um den Genuss der Bilder zu steigern", sagte der Kurator.

Autor Giltaij hatte die schwierige Aufgabe, für Frankfurt und Kyoto über die bei Rembrandt strittige Zuschreibung einzelner Werke zu entscheiden. Im Jahr 1900, erklärte Direktor Beck, habe das Gesamtwerk rund 1 000 Werke umfasst, 1930 waren es 600 und 1969 noch 420. Im Jahr 2000 hatten Kunsthistoriker das Oeuvre auf 240 Werke zurechtgestrichen. "Es ist also höchste Zeit, dass die Ausstellung stattfindet", meinte Beck, "obwohl die Zahl in jüngster Zeit wieder ansteigt."

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