Schauspielerin wurde 76 Jahre alt
Hildegard Knef ist tot

Hildegard Knef, die populäre Chansonsängerin und einstige Diva des deutschen Films, ist tot. Sie starb am Freitagmorgen im Alter von 76 Jahren in Berlin an den Folgen einer Lungenkrankheit, wie ihr Managementbüro und der Chefarzt der Berliner Lungenklinik Heckeshorn, Prof. Robert Loddenkemper, mitteilten. Sie bestätigten damit Informationen der SFB-Abendschau.

dpa BERLIN. Berühmt wurde Knef vor allem mit ihren zahlreichen Filmrollen sowie dem Lied "Für mich soll's rote Rosen regnen". Weltbekannt wurde sie auch als Musicalstar am New Yorker Broadway. Begleitet wurde ihre Karriere über Jahrzehnte von einem Krebsleiden, von dem sie sich nie richtig erholte. Auch mit einer schweren Atemwegserkrankung hatte sie noch bis zuletzt zu kämpfen. In den vergangenen Jahren lebte sie mit ihrem Mann Paul von Schell in Kleinmachnow am Stadtrand von Berlin.

Die 76-Jährige starb am Freitag um zwei Uhr morgens nach Angaben Loddenkempers an den Folgen einer akuten Lungenentzündung. Zuvor war Knef bewusstlos und mit Atemnot in das Krankenhaus Heckeshorn in der Hauptstadt eingeliefert worden. "Gestern Abend war Frau Knef noch völlig fit", sagte der Arzt. Nach Angaben ihres Managementbüros sollen Ort und Zeitpunkt der Beisetzung noch bekannt gegeben werden.

"Sie hat jahrelang schrecklich gelitten - hoffentlich geht es ihr jetzt besser", sagte die Schauspielerin Brigitte Mira in einer ersten Reaktion. Für mich ist Hildegard Knef noch eine junge Frau gewesen", sagte die 91-jährige Meysel der dpa in Hamburg. Sie trauere vor allem mit Knefs Ehemann Paul von Schell: "Der Mann bleibt übrig, der tut mir Leid."

Die am 28. Dezember 1925 in Ulm geborene Knef galt als eine der bedeutendsten deutschen Schauspielerinnen der Nachkriegszeit. Ihren künstlerischen Durchbruch hatte sie mit dem ersten deutschen Nachkriegsfilm "Die Mörder sind unter uns", eine Abrechnung mit dem Nationalsozialismus. Zu einem Skandal wurde ihr Auftritt 1951 in dem Film "Die Sünderin", wo sie in einer Szene sekundenlang nackt zu sehen war.

Rauchige Stimme

In den 60er Jahren stürmte sie mit ihrer rauchigen Stimme als Sängerin mit Liedern wie "Eins und eins das sind zwei" die deutschen Hitparaden. Ihr 1970 erschienener autobiografischer Bericht "Der geschenkte Gaul" verkaufte sich mehrere Millionen Mal. Doch neben den Erfolgen durchlitt die Bestsellerautorin viele private Krisen.

Knef war in den vergangenen Jahren immer wieder in Fernsehserien und Talkshows aufgetreten und hatte auch Schallplatten aufgenommen. 1998 nahm sie eine Jazz- und Rockplatte auf, im Herbst 1999 erschien erstmals nach 18 Jahren wieder ein neues Knef-Album mit dem Titel "17 Millimeter".

Die krebskranke Knef wurde mehr als 50 Mal operiert, sie war nach eigenem Geständnis wegen der großen Schmerzen zeitweise auch drogenabhängig. Immer wieder musste sie ins Krankenhaus, ihr geschwächter Körper wurde zunehmend anfälliger für Infektionskrankheiten. 2001 lag sie drei Wochen im Koma. Den «Bambi» im November 2001 konnte Knef in Berlin schon nicht mehr persönlich entgegen nehmen.

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