Scheidender Chef hinterlässt Rekordergebnis
Fliegender Wechsel bei Audi

Führungswechsel bei Audi: Franz-Josef Paefgen macht Martin Winterkorn Platz - und hinterlässt einen Rekordgewinn. Der neue Chef wird das Wachstum des Jahres 2001 kaum fortsetzen können.

jojo INGOLSTADT. Franz-Josef Paefgen gab sich an seinem letzten Arbeitstag in Ingolstadt zurückhaltend: "Ich werde den Tag ordentlich zu Ende bringen und morgen frohen Mutes in die neue Konzern-Welt eintauchen", sagte der scheidende Vorstandschef der Audi AG am Donnerstag auf der Jahres-Pressekonferenz der Volkswagen-Tochter. Am Freitag tritt Paefgen seinen neuen Posten bei VW an. Künftig ist der Manager für die Konzern-Forschung der Wolfsburger zuständig. Daneben kümmert er sich um die britische Edelmarke Bentley sowie den Motorsport-Bereich des größten deutschen Autobauers.

Paefgen verlässt Audi erhobenen Hauptes: Er übergibt seinem Nachfolger ein Unternehmen, das im vergangenen Jahr 759 Mill. Euro Gewinn erwirtschaftet hat, und damit knapp 5 % über dem Vorjahr liegt. Der Umsatz kletterte kräftig um mehr als 10 % auf 22 Mrd. Euro. Auch in den ersten zwei Monaten des laufenden Jahres ist Paefgen auf Wachstumskurs geblieben. Trotz der weltweiten Wirtschaftsflaute verkaufte Audi fast 13 % mehr Autos als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Martin Winterkorn, der am Freitag auf dem Chefsessel in Ingolstadt Platz nimmt, hat in den kommenden Monaten trotz der guten Verkaufszahlen alle Hände voll zu tun. Dass die Bayern im vergangenen Jahr so erfolgreich waren, liegt nämlich im Wesentlichen an einem einzigen Modell: Der Mittelklasse-Limousine A 4.

Die Oberklasse-Modelle A 6 und A 8 sowie der Roadster TT kamen 2001 lange nicht mehr so gut an wie im Jahr zuvor. So verkauften die Autohändler 2001 rund ein Drittel weniger Audi TT als 2000. "Wir liegen damit im Plan des Lebenszyklus", kommentierte Vertriebsvorstand Georg Flandorfer den Absatzeinbruch. Für frischen Wind soll Ende des Jahres die Neuauflage der Luxus-Limousine A8 sorgen. Durch den noblen VW-Phaeton wird Audi allerdings auch Konkurrenz von der eigenen Mutter bekommen. Mit dem A 8 will Audi insbesondere gegen BMW antreten. Die Münchener haben ihr Aushängeschild, die 7er-Reihe, vergangenes Jahr neu auf den Markt gebracht.

Ein ähnliches Wachstum wie im vergangenen Jahr erwartet in der Audi-Chefetage 2002 niemand. Genau wie VW in der vergangenen Woche halten sich auch die Bayern mit Prognosen über den Geschäftsverlauf zurück. "Wir wollen den Marktanteil steigern", hat Flandorfer als Ziel für 2002 ausgegeben.

Experten erwarten einen schrumpfenden Markt. Deshalb können die 51 000 Audi-Mitarbeiter einen höheren Marktanteil bereits mit stagnierenden Verkaufszahlen erreichen. Vergangenes Jahr lag der Marktanteil in Deutschland bei 7,5 % (2000: 6,9 %).

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