Schellenberg/Wels glücklich nach Silber
„Wir waren einfach dran"

Damit hatte niemand gerechnet - sämtliche Favoriten-Duos gingen im Finale des Synchronspringens vom Drei-Meter-Brett sprichwörtlich "baden". Und selbst ein olympischer "Flitzer" brachte das deutsche Paar Schellenberg/Wels nicht vom Silber-Kurs.

ATHEN. Den Olivenbaumkranz auf den noch nassen Haaren, die Silbermedaille um den Hals und mit dem Handy in Kontakt zur Heimat: Nach einem Drama in fünf Akten fühlten sich die Wasserspringer Andreas Wels und Tobias Schellenberg wie griechische Helden. "Das war für uns wie Weihnachten. Aber wir springen jetzt vier Jahre zusammen - wir waren einfach dran. Heute haben sich alle Qualen des Trainings ausgezahlt", jubelte Sportsoldat Wels aus Halle/Saale nach dem chaotischen Synchronwettbewerb mit Clown-Einlagen vom 3-m-Brett. "Die Griechen sind saustark gesprungen, aber wenn's nicht die Griechen gewesen wären, hätten wir heute Gold gehabt."

Vor dem letzten Durchgang waren die WM-Dritten nur Sechste - dann überschlugen sich nicht nur die Ereignisse: Völlig desorientiert kam Wang Kenan ins Trudeln und leistete sich einen "Jahrhundert-Patzer": Ein Schock, null Punkte, das greifbar nahe Gold glitt den Chinesen aus den Händen. "Dass der so eine Arschbombe ins Wasser haut, das hat mich doch ein wenig gewundert. Aber die Chinesen zahlen auch ihren Tribut für immer neue Höchstschwierigkeiten", meinte der 29 Jahre alte Wels.

Als dann noch der Russe Dimitri Sautin, seit Jahren Weltklasse, mit dem Fuß das Brett touchierte und das US-Duo ins Wasser plumpste, konnte der Deutsche Schwimmverband seine erste Medaille feiern. Endlich. 90 Minuten vor dem 3-m-Krimi durften sich Annett Gamm und Nora Subschinski (Dresden/Berlin) über einen achtbaren sechsten Platz im Synchronspringen vom Turm freuen.

Das erste Gold für Griechenland kam nicht nur überraschend, es war auch etwas glücklich: Nikolaos Siranidis ("Das tolle Publikum war unser Doping") und Thomas Bimis waren erst durch den Gastgeber- Quotenbonus ins Finale gerutscht und wurden von der Jury nach Ansicht von Experten recht wohlwollend bedacht.

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