Schenck-Sanierung belastet
Anlagenbauer Dürr sieht Rot

Die Sanierung der Darmstädter Tochter Carl Schenck und von Teilen seines US-Geschäfts hat den Stuttgarter Anlagenbauer Dürr im ersten Halbjahr in die roten Zahlen geführt.

Reuters STUTTGART. Vor Steuern sei in den sechs Monaten ein Verlust von 15,6 Millionen Euro entstanden, teilte Dürr am Mittwoch mit. Allein der Bereich Messtechnik, der größtenteils aus Schenck besteht, habe ein operatives Minus von 12,7 Millionen Euro verbucht. Ein Jahr zuvor hatte Dürr noch 12,2 Millionen Euro Gewinn vor Steuern erzielt.

Trotz eines bis Ende Juni um 16 Prozent gewachsenen Auftragseingangs rechnet der Lackierstraßen- und Montagelinien-Hersteller bis zum Jahresende nur mit stabilen Umsätzen und hält damit an seiner Prognose fest. Das Ergebnis vor Steuern werde - von den Restrukturierungskosten abgesehen - ebenfalls auf Vorjahresniveau liegen. Die im MDax notierte Aktie lag am Mittwoch zunächst unverändert bei 19 Euro.

"Wir können den Trend zu einer Auftrags-Zurückhaltung in der Industrie nicht alleine brechen", begründete ein Firmensprecher die Vorsicht. Das Risiko eines erneuten Konjunkturabschwungs könne das Unternehmen belasten. "Mit dem Auftragseingang können wir gut schlafen", beschwichtigte der Sprecher jedoch. Ende Juni hätten Aufträge für 1,46 Milliarden Euro vorgelegen, fast 300 Millionen Euro mehr als sechs Monate zuvor.

Dürr erhielt im laufenden Jahr vor allem Großaufträge aus der Autoindustrie, unter anderem für mehrere Lackieranlagen bei BMW. In den ersten sechs Monaten kamen neue Aufträge für 1,17 (1,01) Milliarden Euro herein und im Juli kamen den Angaben zufolge weitere Orders über 160 Millionen Euro hinzu.

Dürr setzt auf 2003

Der Umsatz von Dürr lag zwischen Januar und Juni mit 877 (888) Millionen Euro knapp unter dem Niveau des Vorjahres. Der Rückgang um ein Fünftel im zweiten Quartal sei aber abrechnungsbedingt und damit wenig aussagekräftig, sagte der Firmensprecher. Beim Ergebnis vor Steuern verpasste Dürr mit minus 0,8 Millionen Euro knapp den Ausgleich.

Zum Jahresende sollen Umsatz und Auftragseingang wieder das Vorjahresniveau erreichen. 2001 hatte Dürr 2,20 Milliarden Euro umgesetzt und Aufträge über 2,06 Milliarden Euro erhalten. Der Gewinn solle ohne den Restrukturierungsaufwand ebenfalls in der Größenordnung von 2001 liegen, als Dürr 47,3 Millionen Euro vor Steuern verdient hatte. Das operative Ergebnis wird angesichts der Sanierungskosten für Schenck nach früheren Angaben um einen einstelligen Millionenbetrag unter dem Vorjahresniveau liegen. "Dürr ist sehr zuversichtlich, ab 2003 von einer konjunkturellen Belebung überdurchschnittlich zu profitieren", heißt es weiter im Zwischenbericht.

Sorgenkind von Dürr bleibt die vor zwei Jahren übernommene Darmstädter Carl Schenck AG. Dort werden bis zum Jahresende bis zu 200 Arbeitsplätze abgebaut. Der Umbau des Unternehmens zum reinen Messtechnik-Spezialisten laufe plangemäß. Den mit Abstand größten Ergebnisbeitrag lieferte im ersten Halbjahr erneut die Lackier-Sparte, auch wenn ihr Ebitda auf 15,8 (19,4) Millionen Euro schrumpfte. Im Konzern ging das Ebitda auf 21,9 von 54,1 Millionen Euro zurück.

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