Scherf, Perschau, Linnert, Jäger
Zur Wahl angetreten: die Bremer Spitzenkandidaten

Die vier Bremer Spitzenkandidaten in Kurzporträts.

HB/dpa DÜSSELDORF/BREMEN.

Henning Scherf ist der Übervater der großen Koalition

In der seit 1995 in Bremen regierenden großen Koalition ist Bürgermeister Henning Scherf (SPD) eine Art Übervater. Angesichts der finanziellen und strukturellen Probleme des Landes hält er das rot- schwarze Bündnis geradezu für einen "Segen" und glaubt: "Das war genau die richtige Antwort auf unsere Lage." Trotz manchen Widerstandes in seiner Partei will er diese Koalition fortsetzen. Der 64 Jahre alte Jurist zog 1971 in die Bürgerschaft ein, ein halbes Jahr später wurde er SPD-Landeschef. In die Regierung trat Scherf 1978 ein. Zunächst war der gebürtige Bremer Finanz-, später Sozial- und Bildungssenator sowie zeitweise gleichzeitig Senator für Bildung und Justiz. Nach dem Platzen der Ampelkoalition aus SPD, Grünen und FDP 1995 avancierte er zum Bürgermeister, was in anderen Bundesländern dem Ministerpräsidenten entspricht. Als "Bürgermeister zum Anfassen" genießt er hohe Popularität.

Hartmut Perschau ist der Obersanierer in Bremen

Im armen Land Bremen hat Finanzsenator Hartmut Perschau (CDU) eine Schlüsselrolle inne. Er ist der Obersanierer des mit gut 9,4 Milliarden Euro verschuldeten Stadtstaates. Den Sparkurs Bremens hält er für bundesweit einmalig. "Das ist das härteste Tempo, das je ein Land angeschlagen hat." Der Umgang mit Zahlen liegt dem heute 61- Jährigen gewissermaßen im Blut. Sein Vater war Kaufmann und Schiffsmakler. Der in Hamburg aufgewachsene Perschau schlug zunächst die Offizierslaufbahn ein und brachte es bis zum Major. 1974 errang er einen Platz in der Hamburger Bürgerschaft. Zwischen 1986 und 1991 versuchte er drei Mal vergeblich, Regierungschef in der Hansestadt zu werden. Nach einem Intermezzo als Europaabgeordneter wurde er 1991 zum Innenminister in Sachsen-Anhalt berufen. Vier Jahre später übernahm er den Posten des Wirtschaftssenators in Bremen. 1997 wurde er Finanzsenator und Vize-Regierungschef.

Karoline Linnert möchte die Grünen in die Regierung führen

Karoline Linnert ist ein Politprofi. "Ich habe mein ganzes bewusstes Leben Politik gemacht", sagt die Grünen-Spitzenkandidatin über sich selbst. Die 44 Jahre alte Diplom-Psychologin ist Gründungsmitglied der Bremer Grünen und gehört dem Parlament seit 1991 an. Am liebsten würde die Fraktionsvorsitzende ihre Partei am 25. Mai in die Regierung bringen, was aber am Festhalten von Bürgermeister Henning Scherf an der großen Koalition zu scheitern droht. Ihr Fachgebiet ist die Sozialpolitik. Sollte sie einmal aus dem Politikerberuf auszusteigen, könnte sie sich vorstellen, Geschäftsführerin in einem Sozialverband zu werden.

Claus Jäger ist den Bremern als Ex-Senator gut bekannt

Als streitbarer Wirtschaftssenator der 1995 geplatzten Ampelkoalition aus SPD, FDP und Grünen ist der liberale Spitzenkandidat Claus Jäger den Wählern in Bremen wohl bekannt. Seinerzeit schoss sich der Wirtschaftsexperte gut drei Jahre lang auf die ökologischen Ziele der Grünen ein und trug damit maßgeblich zum vorzeitigen Ende der Ampel bei. Der heute 57 Jahre alte Jurist saß bereits von 1979 bis 1983 in der Bürgerschaft. Nach vier außerparlamentarischen Jahren der FDP kehrte er 1987 in den Landtag zurück. Heute träumt er von den damals errungenen 10 Prozent: "Ich traue uns zu, an dieses Ergebnis anzuknüpfen."

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