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Schering erhöht nach starkem zweiten Quartal Gewinnprognose für 2004DPA-Datum: 2004-07-22 09:26:55

(dpa-AFX) Berlin - Deutschlands drittgrößter Pharmakonzern Schering < SCH.ETR > hat nach einem Ergebnis- und Umsatzanstieg im zweiten Quartal seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr angehoben. Getragen vom deutlichen Umsatzwachstum der Anti-Babypille Yasmin und ersten Erfolgen des 2003 gestarteten Programms zur Profitabilitätssteigerung rechnet der Berliner Pharmakonzern nun mit einem Betriebsergebnis von mehr als 700 Millionen Euro. Der Gewinn pro Aktie (EPS) soll auf 2,26 Euro steigen.

(dpa-AFX) Berlin - Deutschlands drittgrößter Pharmakonzern Schering < SCH.ETR > hat nach einem Ergebnis- und Umsatzanstieg im zweiten Quartal seine Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr angehoben. Getragen vom deutlichen Umsatzwachstum der Anti-Babypille Yasmin und ersten Erfolgen des 2003 gestarteten Programms zur Profitabilitätssteigerung rechnet der Berliner Pharmakonzern nun mit einem Betriebsergebnis von mehr als 700 Millionen Euro. Der Gewinn pro Aktie (EPS) soll auf 2,26 Euro steigen.

Bisher hatte Konzernchef Hubertus Erlen ein operatives Ergebnis von mehr als 663 Millionen Euro und ein EPS von 2,18 Euro in Aussicht gestellt. Beim Umsatz rechnen die Berliner weiterhin mit einem Zuwachs im mittleren einstelligen Prozentbereich in lokalen Währungen. Schering hatte bereits im April wegen einer Änderung in der Rechnungslegung seinen damaligen Ausblick angehoben.

Quartal Über Markterwartungen - Hauptsächlich Kosteneinsparungen

"Die Zahlen waren deutlich über den Erwartungen", sagte ein Analyst einer großen amerikanischen Investmentbank. Vor allem die Höhe der Kosteneinsparungen in der Verwaltung hätte positiv überrascht und die Quartalsbilanz beflügelt, sagte der Analyst. Schering-Titel stiegen im frühen Handel um 0,67 Prozent auf 47,82 Euro.

Angetrieben vom Umsatzwachstum der Anti-Babypille Yasmin steigerte das DAX-Unternehmen im zweiten Quartal seinen Umsatz um 5 Prozent (kursbereinigt 7%) auf 1,241 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) kletterte um 23 Prozent auf 201 Millionen Euro, während der Konzerngewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um sechs Prozent auf 130 Millionen Euro zulegte. Damit übertraf Schering die Schätzungen der von dpa-AFX befragten Analysten.

Medikamente - Yasmin Soll Kommende Wachstumslokomotive Werden

Mit dem größten Umsatzträger, dem Multiple-Sklerose-Medikament (MS) Betaferon (USA: Betaseron) erzielte Schering im zweiten Quartal ein Umsatzplus von 11 Prozent auf 196 Millionen Euro. Damit traf der Konzern die Markterwartungen. Allerdings dürfte sich in den USA in diesem Jahr die Wettbewerbssituation für Betaseron weiter verschärfen. Analysten rechnen bereits im vierten Quartal mit der Markteinführung des von Biogen Idec < Biib.NAS > und der irischen Biotechfirma Elan < ELN.NYS > entwickelten Konkurrenzproduktes Antegren. Bisher sieht Schering für sein MS-Medikament in 2004 kursbereinigt ein Plus im hohen einstelligen Prozentbereich.

Schering setzt deshalb seine Hoffnung in die Produktfamilie um die Anti-Babypille Yasmin 30. Der Yasmin-Umsatz stieg um zweiten Quartal um 61 Prozent auf 103 Millionen Euro. Yasmin soll die künftige Wachstumslokomotive werden und Schering rechnet mit einem jährlichen Spitzenumsatz für Yasmin 30 von 400 Millionen Euro. Allerdings musste Schering bei Yasmin 20 jüngst einen Rückschlag verkraften: Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat die Überprüfung der Zulassung für Yasmin 20 in den USA verlängert.

Programm ZUR Profitabilitätssteigerung - Hintergrund

Schering hatte nach einem schwachen zweiten Quartal im vergangenen Jahr seine Gewinnprognosen für 2003 zurücknehmen müssen. Der Konzern hatte ein Sparprogramm mit dem Namen "Focus" aufgelegt, um die Profitabilität des Konzerns deutlich zu steigern. Diese war durch den schwachen Dollar und die Belastungen durch die Gesundheitsreform in den vergangenen Quartalen unter Druck geraten.

Die Ebit-Marge soll sich bis 2006 von derzeit 14 auf 18 Prozent verbessern. Schering will dies durch Stellenstreichungen, Schließung von Produktionsbetrieben und eine Fokussierung auf gewinnträchtige Sparten erreichen. Der Abbau von 1.100 Stellen wurde bereits vertraglich vereinbart, weitere 900 Stellen sollen bis 2006 eingespart werden, hatte Schering im Juni mitgeteilt.

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