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Schering hebt EPS-Prognose nach starken Yasmin-Verkaufszahlen an

Angetrieben von einem über den Erwartungen liegenden Umsatz mit der Anti-Baby-Pille Yasmin und weiteren Kosteneinsparungen hat der Berliner Pharmakonzern Schering im dritten Quartal Umsatz und Gewinn gesteigert.

dpa-afx BERLIN. Angetrieben von einem über den Erwartungen liegenden Umsatz mit der Anti-Baby-Pille Yasmin und weiteren Kosteneinsparungen hat der Berliner Pharmakonzern Schering im dritten Quartal Umsatz und Gewinn gesteigert. Vorstandschef Hubertus Erlen hob am Donnerstag auf Basis der positiven Entwicklung der ersten neun Monate seine Prognose für das Ergebnis pro Aktie im laufenden Geschäftsjahr von 2,26 Euro auf über 2,35 Euro an. Zugleich bestätigte Schering seine bisherigen Prognosen für den Umsatz und das Betriebsergebnis im laufenden Geschäftsjahr.

Im dritten Quartal steigerte Schering den Umsatz auf 1,235 Mrd. Euro. Dies entsprach einem wechselkursbereinigten Plus von fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Von dpa-AFX befragte Analysten hatten mit 1,25 Mrd. Euro gerechnet. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern kletterte um zehn Prozent auf 182 Mill. Euro, während der Überschuss um 27 Prozent auf 123 Mill. Euro anstieg. Beim Ebit lagen die Analystenschätzungen bei 184,1 Mill. und beim Überschuss bei 111,4 Mill. Euro.

"Wir erwarten jetzt, dass Yasmin deutlich mehr als die ursprünglich für 2004 erwarteten 400 Mill. Euro Umsatz bringen wird", sagte Schering-Chef Hubertus Erlen am Donnerstag anlässlich der Herbstpressekonferenz. Zugleich bestätigte Deutschlands drittgrößter Pharmakonzern das Ziel, seine Profitabilität weiter zu steigern. Die durch den schwachen Dollar und die Kosten der Gesundheitsreform unter Druck geratene Ebit-Marge soll weiterhin bis 2006 auf 18 Prozent steigen.

"Wir erwarten, dass sich die positive Entwicklung im 4. Quartal fortsetzen und der Umsatz im Gesamtjahr in lokalen Währungen im mittleren einstelligen Bereich wachsen wird", bestätigte Erlen frühere Aussagen. Auch das Betriebsergebnis soll nach früheren Aussagen auf mehr als 700 Mill. Euro steigen. "Diese Einschätzung berücksichtige bereits Aufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen von über 50 Mill. Euro. Davon entfallen etwa 40 Mill. auf die Umsetzung von Maßnahmen im Rahmen der Focus-Initiative", sagte Erlen.

Sparprogramm

Der Konzern hatte ein Sparprogramm mit dem Namen "Focus" aufgelegt, um die Ertragskraft deutlich zu steigern. Schering will dies durch Stellenstreichungen, Schließung von Produktionsbetrieben und eine Fokussierung auf gewinnträchtige Sparten erreichen. Der Abbau von 1 100 Stellen wurde bereits vertraglich vereinbart, weitere 900 Stellen sollen bis 2006 eingespart werden.

Im dritten Quartal verbesserte sich der Umsatz mit der Anti-Baby-Pille Yasmin 30 um absolut 60 Prozent auf 122 Mill. Euro. Auch das bisherige Hauptprodukt, das Multiple-Sklerose-Medikament (MS) Betaferon (USA: Betaseron), verbuchte ein absolutes Umsatzplus von 43 Prozent auf 205 Mill. Euro.

Betaferon

Für den Berliner Traditionskonzern wird es nach Aussage von Konzernchef Hubertus Erlen zunehmend schwieriger, die aktuelle Umsatzprognose für das MS-Produkt zu treffen. Schering erwartet bisher 2004 für Betaferon ein kursbereinigtes Umsatzplus im hohen einstelligen Prozentbereich. Im Vorjahr hatte Betaferon einen Umsatz von 770 Mill. Euro generiert.

Die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA wird am 25. November über die Zulassung des Betaferon-Konkurrenzproduktes Antegren entscheidet. Antegren wird von den Biotech-Unternehmen Biogen/Idec und Elan Corporation PLC hergestellt. Bisher musste sich Betaferon gegen Avonex von Biogen, gegen das Schweizer Biotech-Unternehmen Serono mit dem Medikament Rebif und gegen das Konkurrenzprodukt Copaxane von Teva Pharmaceuticals behaupten.

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