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Schering sieht nach Tysabri-Zulassung 2005 Wachstum des MS-Marktes

Der Berliner Pharmakonzern Schering rechnet nach der Zulassung des Konkurrenzproduktes Tysabri durch die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA 2005 mit einem Umsatzwachstum des weltweiten Marktes für Multiple Sklerose-Produkte (MS).

dpa-afx FRANKFURT. Der Berliner Pharmakonzern Schering rechnet nach der Zulassung des Konkurrenzproduktes Tysabri durch die amerikanische Gesundheitsbehörde FDA 2005 mit einem Umsatzwachstum des weltweiten Marktes für Multiple Sklerose-Produkte (MS). "Wir haben in der Vergangenheit gesehen, dass neue Produkte das Marktwachstum des MS-Marktes stimuliert haben", sagte Hubertus Erlen am Mittwoch vor Journalisten in Frankfurt. Der Marktanteil der einzelnen MS-Produkte könnte zwar sinken, aber der Gesamtmarkt dürfte durch einen neuen Spieler zulegen, erklärte Erlen weiter.

YAZ-Markteinführung 2. Jahreshälfte 2005

Zugleich präzisierte Erlen den Zeitplan für die Markteinführung der neuen Anti-Babypille YAZ: Die niedrig dosierte Pille, die bisher unter Yasmin 20 firmierte und eine niedrig dosierte Variante des bisherigen Yasmin 30 ist, soll "eher in der zweiten Hälfte 2005" auf dem US-Markt eingeführt werden. Schering hatte kürzlich mit einem "Approvable Letter" eine grundsätzliche aber noch keine endgültige Zulassung seitens der US-Gesundheitsbehörde FDA erhalten. Bis Ende dieses Jahres wolle Schering die von der US-Zulassungsbehörde noch geforderten Daten einreichen.

Mit Yasmin 30 hatte Deutschlands drittgrößter Pharmakonzern im 3. Quartal ein Umsatzplus von 60 Prozent auf 122 Mill. Euro verbucht. Für die gesamte Produktfamilie um Yasmin 30 und YAZ erwartet Schering zwei bis drei Jahre nach Markteinführung einen jährlichen weltweiten Spitzenumsatz von rund einer Milliarde Dollar. Allein für Yasmin 30 sagt Schering inzwischen für 2004 einen Umsatz von deutlich mehr als die ursprünglich für dieses Jahr erwarteten 400 Mill. Euro voraus.

Konkurrenzprodukt Tysabri - Gesamtmarkt FÜR MS-Produkte VON 3-4 MRD Euro

Der Markt für MS-Medikamente, dessen Wachstum sich in den vergangenen Jahren abgeschwächt hatte, werde durch Tysabri wieder einen deutlichen Wachstumsschub bekommen, erklärte Erlen. Dafür spreche auch, dass derzeit viele behandlungsfähige Patienten, zum Beispiel im sehr frühen Stadium der Krankheit, noch kein Medikament nähmen. Schering beziffert den weltweiten Markt für Multiple-Sklerose-Produkte in 2003 mit einem Umsatzvolumen mit drei Mrd. bis vier Mrd. Euro. Schering hatte im dritten Quartal mit seinem MS-Produkt Betaferon Erlöse in Höhe von 205 Mill. Euro und damit 4,3 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres erwirtschaftet.

Zuletzt senkten die Berliner wegen der zunehmenden Konkurrenz die Umsatzprognose für das Produkt von einem hohen einstelligen prozentualen Wachstum für 2004 auf ein Plus im mittleren einstelligen Bereich. Tysabri, das am Dienstagabend von der FDA für die USA zugelassen wurde, ist ein Konkurrenzprodukt zu Scherings Hauptumsatzträger Betaferon (USA: Betaseron) und wird von den beiden US-Biotechunternehmen Elan Corp. und Biogen Idec entwickelt und vermarktet.

Euro-Dollar-Niveau 'Akzeptabel' - USA Weiter zwei MRD Dollar Umsatz Angepeilt

Für den Berliner Pharmakonzern ist das derzeitige Euro-Dollar-Niveau "akzeptabel". Zugleich bekräftige das Dax-Unternehmen sein bisheriges Ziel, auf dem wichtigsten US-Markt den Umsatz von einer Milliarde Dollar in 2001 auf zwei Mrd. bis 2006 steigern zu wollen. Derzeit trägt das US-Geschäft mit rund 25 Prozent zum Gesamtumsatz bei. "Der US-Markt bleibt der Markt, auf dem unternehmerischer Erfolg am ehesten und am meisten honoriert wird", sagte Erlen mit Blick auf die Diskussion in Deutschland über die Bildung so genannter Jumbo-Gruppen, in denen patentgeschützte Medikamente mit Nachahmermedikamenten und älteren Produkten bestimmter Wirkstoffklassen zusammengefasst werden.

Zum Höhenflug des Euro sagte Erlen: "Wir haben eine gute Hedging-Politik, und mit dem derzeitigen Niveau können wir besser leben als ein exportorientiertes Unternehmen. Der Euro hatte am Mittwochmorgen mit einem neuen Rekordstand seinen Kursanstieg ungebremst fortgesetzt. In der Spitze kletterte die europäische Gemeinschaftswährung mit 1,3 114 Dollar auf den höchsten Stand seit ihrer Einführung 1999.

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