Schering Tagesverlierer
Spekulation über US-Zinssenkung drückt Kurse

Im Vorfeld der Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed Mitte der Woche haben die deutschen Standardwerte am Montag leichter geschlossen. Im Mittelpunkt standen Kursverluste bei den Chemie- und Pharmawerten.

rtr/dpa-afx FRANKFURT. Insbesondere die Aktien von Schering gerieten bei zeitweiligen Abschlägen von mehr als sieben Prozent unter Druck, was Händler auf die Gewinnwarnungen des US-Pharmakonzerns Merck und BASFin der Vorwoche zurückführten. Der Dax ging mit einem Verlust von 0,66 Prozent auf 5 902 Punkten aus dem Handel.

Insgesamt sprachen Händler von einem ruhigen Geschäft. "Vor der Zinsentscheidung halten sich viele zurück, die Umsätze sind dünn", sagte ein Händler. Mit Blick auf die anstehende Zinsentscheidung der Fed, die für Mittwoch kurz nach 20 Uhr (MESZ) erwartet wird, gehen Volkswirte und Analysten überwiegend davon aus, dass die Notenbank die Leitzinsen um zumindest 25 Basispunkte senken wird, nachdem sie seit dem 3. Januar ihren maßgeblichen Zielsatz für Tagesgeld in bislang fünf Schritten um zusammen 2,5 Prozentpunkte auf derzeit 4,0 Prozent reduziert hat.

Die Gewinnwarnungen der Konzerne Merck und BASF in der vergangenen Woche belasteten Händlern zufolge auch noch am Montag die Chemie- und Pharmatitel sowohl am heimischen Aktienmarkt als auch europaweit. Der Dow Jones Stoxx 50-Chemie-Index fiel um 0,1, der Pharmaindex um 0,6 Prozent. Bayer-Aktien gaben um 0,2 Prozent nach, BASF fielen um 0,3 Prozent. "Hier belastet nach wie vor die Meldung von BASF in der letzten Woche", sagte Andreas Heine, Analyst für Chemiewerte bei der Hypovereinsbank. "Das Branchenszenario ist eingetrübt, und weitere Gewinnrevisionen sind nicht auszuschließen." Zudem stehe die angekündigte aktuelle Gewinnprognose von Bayer noch aus.

Den größten Abschlag verbuchten die Aktien von Schering, die um mehr als drei Prozent auf 61,95 Euro fielen. Auch Aussagen von Finanzvorstand Klaus Pohle, dass der Berliner Pharmakonzern an seinen Gewinn- und Umsatzprognosen für 2001 trotz schwächerer Weltkonjunktur festhalte, konnte den Aktienkurs nicht weiter beflügeln. Enttäuscht habe wohl der Ausblick, sagte ein Händler. "Man war in der Vergangenheit von der Chemiebranche mit höheren Wachstumsraten verwöhnt worden", sagte Markus Knoß, Aktienhändler bei der Baden Bank. -Württembergischen Finanzvorstand Pohle hatte gesagt, das Ergebnis werde im Gesamtjahr um etwa drei Prozent steigen.

An Wert gewinnen konnten die Aktien von Siemens, und Lufthansa, die sich Händlern zufolge von ihren jüngsten Verlusten nach negativen Unternehmensnachrichten technisch erholten. Die Aktien von Siemens gewannen um 1,5, die von Lufthansa um 1,2 Prozent. Tagessiger waren allerdings Adidas-Salomon. Nach angaben von Händlern hievten spekulative Käufe den Titel um 2,52 Prozent nach oben

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%