Schering unter Druck - MLP gefragt
Dax kämpft mit Widerstandslinie

Positive Arbeitsmarktdaten aus den USA und ein fester Verlauf der Aktienmärkte in New York haben nach Händlerangaben den deutschen Börsen zum Wochenschluss erneut Auftrieb verliehen.

Reuters FRANKFURT. Nach besser als erwartet ausgefallenen Zahlen zur Arbeitslosenquote baute der Deutsche Aktienindex (Dax) seine zuvor verbuchten Gewinne deutlich aus.

"Die Zahlen waren sehr positiv und liegen im Trend mit den letzten sehr gut ausgefallenen Konjunkturdaten", sagte ein Frankfurter Händler. Gefragt waren die Aktien der Sendergruppe Pro Sieben Sat.1 nach Berichten, drei US-Medienkonzerne seien an dem Unternehmen interessiert. Größter Verlierer waren die Aktien von Schering, die Händlern zufolge von der Medikamentenzulassung eines Konkurrenten belastet wurden.

Der Dax zog am späten Nachmittag um 1,15 % bis zu der Widerstandsmarke bei 5 350 Punkten an. "Wir kämpfen hier jetzt gerade mit einer starken Widerstandslinie", kommentierte ein Händler das Geschehen am Markt. Damit der Dax noch weiter steigen könnte, müsse er diese Marke nachhaltig durchbrechen. "Ganz wichtig ist, dass wir deutlich darüber schließen", fügte der Börsianer hinzu.

Am Neuen Markt zog der Nemax 50-Index um 2,1 % auf 1 065 Zähler an. Der MDax für die mittelschweren Werte präsentierte sich 0,2 % fester bei 4 443 Punkten.

Auslöser für die Aufwärtstendenz zum Wochenschluss war vor allem die besser als erwartet ausgefallene Arbeitslosenquote in den USA im Februar. Nach Angaben des US-Arbeitsministeriums war diese auf 5,5 % von 5,6 % gesunken. Das Ministerium teilte am Freitag in Washington mit, die Zahl der Beschäftigten sei außerhalb der Landwirtschaft um saisonbereinigt 66 000 gestiegen, nachdem sie im Januar um revidiert 126 000 abgenommen hatte. Von Reuters befragte Volkswirte hatten für den Berichtszeitraum mit einer Arbeitslosenquote von 5,8 % und einem Stellenanstieg von 13 000 gerechnet. Bereits in den vergangenen zwei Wochen hatten zahlreiche besser als erwartet ausgefallene Wirtschaftsdaten aus Amerika die Hoffnungen der Investoren auf eine baldige Konjunkturerholung verstärkt.

Zu den größten Gewinnern gehörten die Finanzwerte MLP und Hypo-Vereinsbank . MLP zogen um 5,9 % auf 72,39 Euro an, Hypo-Vereinsbank gewannen 3,6 % auf 37,90 Euro. Händler sprachen von größeren Kaufaufträgen ohne fundamentale Gründe. "Hier kommen ständig größere Kauforders rein", sagte ein Händler. "Wahrscheinlich vervollständigen die Investoren ihre Portfolios und haben den Finanzsektor immer noch untergewichtet." Allianz zogen um 2,5 %, Commerzbank gewannen 2,3 % auf 20,87 Euro.

Größter Verlierer waren am Nachmittag die Aktien von Schering , die um 2,8 % auf 64,88 Euro nachgaben. Die US-Gesundheitsbehörde hatte das Produkt eines Konkurrenten zur Behandlung von Multiple Sklerose neu für den lukrativen US-Markt zugelassen. Analysten verwiesen jedoch darauf, dass dies schon lange erwartet worden sei. Daher sei die Kursreaktion übertrieben, sagte Peter Spengler, Analyst bei der DZ Bank.

Schwächer präsentierten sich auch die Aktien von Infineon und SAP , was Marktteilnehmer auf Gewinnmitnahmen nach den jüngsten Anstiegen zurückführten. Infineon verloren 2,3 %, SAP büßten 1,2 % ein.

Die im MDax notierte Aktie der Sendergruppe Pro Sieben Sat.1 profitierte von Meldungen, die US-Medienfirmen Disney, Viacom und AOL Time Warner seien an einem Einstieg bei dem Unternehmen interessiert. Anfängliche Kursgewinne von über 15 % schmolzen aber wieder zusammen, nachdem AOL ein Interesse verneint hatte. Außerdem bekräftigte ein Kirch-Sprecher, ein Verkauf der Anteile stehe nicht zur Diskussion. Am späten Nachmittag stand die Pro Sieben-Aktie noch knapp fünf Prozent im Plus bei 8,92 Euro.

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