Scheurle erwartet nur vier Bieter für UMTS-Lizenzen
Vorstand: Deutsche Telekom wird UMTS-Lizenz ersteigern

In Mainz hat am Montag die Auktion für vier bis sechs neue Mobilfunklizenzen begonnen, um die sich sieben Unternehmensgruppen bewerben. Branchenbeobachter sind sich bislang uneins, wie viele Bieter eine der begehrten Lizenzen bekommen werden. Der Mobilfunkstandard UMTS soll es möglich machen, dass die Nutzer mit dem Handy mit deutlich höheren Datenübertragungsraten als bisher uneingeschränkt im Internet surfen oder Bilder beziehungsweise Musik über die Mobilfunknetze verschicken können.

Reuters/dpa-afx FRANKFURT/MAINZ/BONN. Der Präsident der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post, Klaus-Dieter Scheurle, erwartet am Ende der Montag beginnenden Versteigerung von UMTS-Mobilfunklizenzen nur noch vier Bieter. "Es ist gut möglich, dass wir am Ende nur vier Bieter haben, die jeweils drei Frequenzpakete übernehmen", sagte Scheurle der "Bild am Sonntag". Die Zahl der Wettbewerber bliebe so zwar klein, die für den Markt notwendige Konkurrenz zum Vorteil der Verbraucher bliebe aber auch so gesichert, sagte er weiter.

Das mit Spannung erwartete Bietergefecht um die begehrten Lizenzen des Mobilfunks der Zukunft beginnt am Montag um zehn Uhr vormittag in der Niederlassung der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post in Mainz Gonsenheim. Sieben Konsortien und Unternehmen aus dem In- und Ausland versuchen in einer der spektakulärsten Auktionen in Deutschland, eine der vier bis sechs Lizenzen zu ersteigern. Mit UMTS (Universal Mobile Telecommunication System) können Mobilfunkkunden ab 2002 mit hoher Geschwindigkeit Daten übertragen und im Internet surfen.



Firmenvertreter werden hermetisch isoliert

Wie lange die Versteigerung dauert, ist derzeit nicht absehbar. Experten rechnen mit zwei bis drei Wochen. Während der Auktion werden die Firmenvertreter hermetisch isoliert und ständig überwacht. Kontakt haben sie nur zu ihren Firmenzentralen und zum Auktionator. Absprachen zwischen den Bietern sind streng untersagt und führen sofort zum Ausschluss. Die Ergebnisse der Auktion werden nach jeder Runde der Öffentlichkeit bekannt gemacht (www.RegTP.de).

Experten erwarten, dass die Auktion einen zweistelligen Milliarden-Betrag in die Kasse des Bundes spülen wird. In Großbritannien hatte die UMTS-Versteigerung vor wenigen Monaten Erlöse von umgerechnet 75 Mrd. DM eingespielt. Nachdem in Deutschland zunächst Summen von bis 120 Mrd. DM genannt wurden, ist inzwischen Ernüchterung eingetreten. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin hatte vor wenigen Tagen vor überzogenen Erwartungen gewarnt.

Enttäuschung bei der niederländischen Auktion



Nach dem vorzeitigen Rückzug mehrerer Bewerber sei selbst der im Bundeshaushalt eingeplante Betrag von 20 Mrd. DM fraglich geworden. Vor wenigen Tagen endete die UMTS-Auktion in den Niederlanden mit einer großen Enttäuschung für den Staat. Mit umgerechnet 5,3 Mrd. DM wurde nicht einmal ein Drittel der Summe erlöst, die die Regierung erwartet hatte.



Telekom-Tochter T-Mobil einziger deutscher Teilnehmer

Zu den klaren Favoriten der Versteigerung in Deutschland gehören die vier Mobilfunkbetreiber, allen voran die Marktführer T-Mobil (D1) der Deutschen Telekom und Mannesmann Mobilfunk (D2). Die Telekom-Tochter T-Mobil ist das einzig rein deutsche Unternehmen, das an der Auktion teilnimmt. Gute Chancen rechnen sich auch das Konsortium E-Plus/Hutchison aus. E-Plus verfügt als Tochter der holländischen KPN, die eine eigene Bewerbung zurückzog, und als Partner von Hutchison sowie des japanischen Mobilfunkriesen NTT DoCoMo über große Schlagkraft. Viag Interkom, der mit einem Marktanteil von 5,3 % kleinste deutsche Netzbetreiber, kann dank finanzstarker Eigner mithalten, schreibt die "Welt am Sonntag". Denn 45 % gehören der Energiefirme e.on. Als aussichtsreicher Kandidat gilt ferner das Joint Venture von Mobilcom und France Télécom. Dagegen werden dem größten deutschen netzunabhängigen Mobilfunkanbieter Debitel ,Swisscom, und der Gruppe G3 mit Sonera und Telefónica nur Außenseiterchancen eingeräumt.

Die Deutsche Telekom wird nach Ansicht ihres Vorstandsmitglieds Gerd Tenzer zu den Gewinnern der Versteigerung der UMTS-Lizenzen gehören. Im DeutschlandRadio Berlin sagte Tenzer zu der am Montag in Mainz beginnenden Versteigerung, «wir sind hervorragend vorbereitet auf diese Auktion, die sicher nicht einfach sein wird, so dass wir davon ausgehen, dass wir zu einem derjenigen gehören, die hinterher überbleiben.» Die Telekom rechne mit einer Versteigerungsdauer von mehr als einer Woche.



Die Verbraucher müssen nicht mit einem Preisanstieg bei der Telekommunikation rechnen, sagte Tenzer.

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