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Schewtschenko ist Europas Fußballer des Jahres

„König Schewtschenko - Mailand feiert“: Die „Gazzetta dello Sport“ hob Andrej Schewtschenko auf ihrer Titelseite in den Adelsstand.

dpa PARIS. "König Schewtschenko - Mailand feiert": Die "Gazzetta dello Sport" hob Andrej Schewtschenko auf ihrer Titelseite in den Adelsstand.

Denn im fußballverrückten Italien stand für Fachleute wie Fans bereits seit langem fest, dass nur der ukrainische Stürmerstar "ihres" AC Mailand die Ehrung als Europas Fußballer des Jahres zuteil werden kann. "Sheva vor allen anderen", feierten die Azzurri den Torjäger siegessicher und voller Vorfreude schon beim 6:0-Kantersieg im Meazza-Stadion über den AC Florenz. Tags drauf hatten es dann alle schwarz auf weiß: Bei der von "France Football" veranstalteten Wahl unter Journalisten aus 52 Ländern siegte Schewtschenko mit 175 Punkten vor dem Portugiesen Deco (FC Barcelona/139) und dem Brasilianer Ronaldinho (FC Barcelona/133).

"Das ist ein ganz besonderer Tag für mich. Ich glaube, ich habe diese wertvolle Auszeichnung verdient und ich möchte sie meinen Leuten in der Ukraine widmen, meinem Volk in diesem besonderen Moment", sagte Schewtschenko über die Ehrung mit dem goldenen Ball. Die prestigeträchtige Auszeichnung dürfte er sich vor allem durch seine vielen und oft spektakulären Treffer verdient haben.

Den exakt 100 Toren, die er bis zum Wochenende allein in der Serie A erzielt hatte, ließ er gegen Florenz erneut einen Doppelpack folgen. "Wenn ein Stürmer in Ballbesitz ist, darf er nur ans Toreschießen denken. Mein einziges Ziel ist, möglichst immer zu treffen", erklärte er seine ganz persönliche Vorstellung vom Fußball-Spiel.

Seit 1999 spielt Schewtschenko in Italien, wo der von Dynamo Kiew transferierte Stürmer die für damalige Verhältnisse sensationelle Ablösesumme von rund 21 Mill. Euro als erster ausländischer Torschützenkönig sofort wieder einspielte. Damals erzielte er 24 Saisontore; eine Anzahl, die er außer in seinem Seuchenjahr 2002 mit vielen Verletzungen stets erreichte. Heute gilt er deshalb bereits als legitimer Nachfolger von Milans Ex-Goalgetter Marco van Basten.

Nicht alles in Schewtschenkos Leben lief so rund wie beim Fußball. Der nahe Tschernobyl geborene Profi musste nach der dortigen Reaktor-Katastrophe ans Schwarze Meer umsiedeln. Damals stand auch die Karriere auf der Kippe: Bei der Aufnahmeprüfung für die Sportschule fiel er wegen mangelnder Kicker-Fähigkeiten durch. Zu seinem Glück wurde die Nachwuchs-Abteilung seines späteren Stammclubs Dynamo dann aber doch noch auf ihn aufmerksam. Heute ist er froh darüber und blickt vor allem auf die letzten beiden "außergewöhnlichen Jahre" zurück: In dieser Zeit erlebte er nicht nur sportlich sein Glück. Er heiratete und wurde Vater.

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