Archiv
Schicksal der Ausländer im Irak ungewiss

Einen Tag nach der Ermordung von zwölf Nepalesen haben Entführer im Irak am Mittwoch acht ausländische Geiseln freigelassen. Das Schicksal der beiden entführten französischen Journalisten Georges Malbrunot und Christian Chesnot blieb dagegen weiter ungewiss.

dpa BAGDAD. Einen Tag nach der Ermordung von zwölf Nepalesen haben Entführer im Irak am Mittwoch acht ausländische Geiseln freigelassen. Das Schicksal der beiden entführten französischen Journalisten Georges Malbrunot und Christian Chesnot blieb dagegen weiter ungewiss.

Die radikal-islamischen Entführer verlängerten inzwischen ihr Ultimatum an die französische Regierung. Freigelassen wurden am Mittwoch sieben Mitarbeiter einer kuwaitischen Transportfirma. Die drei Inder, drei Kenianer und ein Ägypter waren vor sechs Wochen von einer Gruppe namens "Islamische Geheimarmee - Träger der schwarzen Banner" verschleppt worden. Die kuwaitische Firma KGL hatte erklärt, sie werde auf die Forderung der Kidnapper eingehen und das Land verlassen. Eine andere Gruppe, die sich Abdelkader-el-Gilani-Brigade nennt, ließ nach Angaben von El Arabija einen türkischen Fahrer frei, der am 7. August entführt worden war.

Unterdessen traf der französische Außenminister Michel Barnier in Katar ein, um in dem Golfstaat Unterstützung für die Freilassung der beiden entführten Journalisten zu suchen. Diese waren am 20. August zusammen mit ihrem syrischen Fahrer in Nadschaf verschleppt worden. Die Kidnapper haben gedroht, die Geiseln zu töten, sollte Frankreich nicht das Kopftuchverbot in staatlichen Schulen aufheben. Dies lehnt Paris ab. Das Verbot für das Tragen "auffälliger religiöser Symbole" tritt an diesem Donnerstag mit Schulbeginn in Kraft.

Nach dem sunnitischen Rat der Religionsgelehrten im Irak forderte am Mittwoch auch die Bewegung des radikalen schiitischen Predigers Muktada el Sadr die Freilassung der Franzosen. Auch Papst Johannes Paul II. setzte sich dafür ein.

Unbekannte beschossen am Mittwoch den Konvoi des irakischen Politikers Ahmed el Chalabi südlich von Bagdad. Zwei seiner Begleiter wurden verletzt. Der wegen seiner einstigen Nähe zu den US-Besatzern und wegen Betrugsvorwürfen umstrittene Politiker entkam unbeschadet. Der Ministerpräsident der irakischen Übergangsregierung, Ijad Allawi, verurteilte den Anschlag.

Das irakische Übergangsparlament (Nationalrat) trat am Mittwoch in Bagdad zu seiner ersten Sitzung zusammen. Bei einem Mörserangriff in der Nähe des Gebäudes, in dem die Parlamentarier tagten, wurde am Morgen laut El Arabija ein Iraker verletzt. Die Sitzung sei ein großer Schritt zur Stärkung der Demokratie im Irak, sagte der schiitische Politiker Mohamed Bahr el Ulum, der das Treffen als Alterspräsident führte. Es gelte, die für Januar geplanten Wahlen vorzubereiten und die Arbeit der Regierung zu kontrollieren.

Polizei und US-Truppen hatten die Sicherheitsmaßnahmen vor der Sitzung verschärft, wie Augenzeugen berichteten. Mitte August hatte eine Nationalkonferenz 81 Mitglieder des Übergangsparlaments gewählt. 19 Angehörige des aufgelösten Regierungsrats erhielten automatisch einen Parlamentssitz. Kritiker bemängelten, es hätten zu viele Politiker aus den Reihen der Regierungsparteien einen Sitz erhalten.

Bei einem Mörserangriff in der nordirakischen Stadt Mossul starb ein Iraker. Sechs weitere Passanten erlitten Verletzungen, als fünf Granaten in der Nähe des Gouverneurssitzes eingeschlugen, teilte ein Krankenhaus mit.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%