Schicksal geklärt von 1 200 Opfer unter der Diktatur von Augusto Pinochet
Militärbericht über Schicksal chilenischer Vermissten veröffentlicht

dpa SANTIAGO DE CHILE. Chilenische Militärs und Geheimdienste haben viele ihre Opfer unter der Diktatur von Augusto Pinochet (1973- 1990) ins Meer, in Flüsse und Vulkane geworfen oder verbrannt. Dies gehe aus dem Bericht der Militärs über das Schicksal der heute noch fast 1 200 Verschwundenen hervor, schrieb die Zeitung "La Tercera" (Santiago) am Sonntag.

Das Militär und Kirchen hatten in Erfüllung einer Vereinbarung ein halbes Jahr Informationen über die entführten und seither verschwundenen Regime-Gegner gesammelt und am Freitag Präsident Ricardo Lagos übergeben. Der Präsident reichte die Unterlagen inzwischen an das Oberste Gericht weiter.

Es war zunächst nicht klar, wie viele der offenen Schicksale sich durch die unter dem Schutz der Anonymität gesammelten Informationen würden klären lassen. "La Tercera" berichtete unter Berufung auf die Dokumente, sie beträfen 200 zwischen September 1973 und März 1974 Verschwundene.

Die Militärs erhoffen sich ein Ende der Prozesse wegen Verletzungen der Menschenrechte. Sie wollen vor allem erreichen, dass die Justiz die Selbstamnestie der Militärs für die Zeit zwischen 1973 bis 1978 wieder in vollem Umfang anerkennt. Das Oberste Gericht hatte die Amnestie teilweise außer Kraft gesetzt, indem es im Fall von Verschwundenen von Entführungen ausging. Dieses Verbrechen wird von der Amnestie nicht erfasst.

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