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Schiedsrichter stellen sich ordentliches Zeugnis aus

Die Schiedsrichter der Fußball-Bundesligen haben sich nach den ersten sieben Saisonspieltagen ein ordentliches Zeugnis ausgestellt. „Die Spiele verliefen bisher in ruhigen Bahnen, wie nur drei Rote Karten beweisen.“

dpa FRANKFURT/MAIN. Die Schiedsrichter der Fußball-Bundesligen haben sich nach den ersten sieben Saisonspieltagen ein ordentliches Zeugnis ausgestellt. "Die Spiele verliefen bisher in ruhigen Bahnen, wie nur drei Rote Karten beweisen."

"Die Quote liegt bei 90 Prozent richtiger Entscheidungen", erklärte der Vorsitzende des Schiedsrichter-Ausschusses beim Deutschen Fußball-Bund (DFB), Volker Roth (Salzgitter), nach der turnusmäßigen Stützpunkt-Tagung in Frankfurt am Main.

Intensiv befassten sich die Unparteiischen mit den "Aufregern" des 7. Spieltages. Bemängelt wurde die Straffreiheit von Nationaltorhüter Oliver Kahn. Sein "Nasenstüber" gegen Miroslav Klose beim Spitzenspiel bei Werder Bremen, aber auch das zu lange Ballhalten hätte von Schiedsrichter Herbert Fandel (Kyllburg) mit "Gelb" geahndet werden müssen. "Das war ein so genanntes Schwerpunktspiel, da ist ein Schiedsrichter eher auf Dinge wie Foulspiel konzentriert. Es wäre klug gewesen, wenn Fandel gepfiffen hätte", meinte Schiedsrichter-Sprecher Manfred Amerell (München). "Mit einem solchen Verhalten hat er nicht gerechnet", ergänzte Roth, der einen Bonus für exponierte Spieler wie Kahn vehement verneinte.

Michael Ballack, der in der selben Partie seinem Gegenspieler Frank Fahrenhorst mit einem Ellbogencheck die Nase gebrochen hatte, wollten die Schiedsrichter keine Fahrlässigkeit unterstellen. "Er war konzentriert auf den Ball. Eine Absicht war nicht zu erkennen", erklärte Roth. Fahrlässigkeit hielt er Hannovers Schlussmann Robert Enke vor, der außerhalb des Strafraums mit dem Rostocker Antonio di Salvo zusammengeprallt war. "Die Rote Karte wäre vertretbar gewesen. Das sah in der Zeitlupe sehr, sehr brutal aus", sagte Roth. Amerell wies darauf hin, dass Schiedsrichter in Sekundenbruchteilen entscheiden müssen. "In Zeitlupe ist das natürlich leichter."

Insgesamt diskutierten die Schiedsrichter 28 Videoszenen der bisher absolvierten Spieltage. Als deeskalierendes Mittel hat sich ihrer Meinung nach der vierte Offizielle bewährt. "Es ist rund um die Trainerbänke ruhiger geworden", meinte Roth, der wie Amerell den zusätzlichen Unparteiischen auch für die 2. Bundesliga empfahl. "Dort geht es bisweilen hektischer zu, da können junge Schiedsrichter eine zusätzliche Hilfe gut gebrauchen", sagte Roth.

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