Schießen Olympia
Schützin Pfeilschifter verpasst Finale

Bitteres Aus für Sonja Pfeilschifter. Die deutsche Goldhoffnung im Luftgewehrschießen schied bei den Olympischen Spielen in der Qualifikation aus, Gold ging an Katarina Emmons.

Die tschechische Luftgewehrschützin Katerina Emmons hat die erste von insgesamt 302 Goldmedaillen bei den Olympischen Spielen in Peking gewonnen. Die 24 Jahre alte Olympiadritte von Athen setzte sich im Finale der besten Acht mit 503,5 Punkten vor der Athen-Zweiten Ljubow Galkina aus Russland durch, die auf 502,1 Zähler kam. Bronze ging an die Kroatin Snjezana Pejcic mit 500,9 Punkten.

Mit einer Enttäuschung endete die Entscheidung für die beiden deutschen Teilnehmerinnen. Die mehrmalige Weltmeisterin und Mitfavoritin Sonja Pfeilschifter aus Ismaning schied bei ihrer vierten Olympia-Teilnahme mit 396 Ringen als Zwölfte schon in der Qualifikation aus und verfehlte damit erneut eine Olympiamedaille. Mit versteinerter Miene stapfte die Weltrekordlerin davon, nachdem sie zum dritten Mal nach 2000 und 2004 als große Favoritin auf das erste deutsche Edelmetall angetreten war und die Nerven erneut versagt hatten.

Fortsetzung der olympischen Leidensgeschichte

"Mir geht's nicht so gut. Das ist Scheiße halt", meinte die 37-Jährige, nachdem sie sich vor den Augen einer großen Pressemeute einigermaßen wieder gefasst hatte. Als sich in der Finalhalle die Tschechin Katerina Emmons zur ersten Olympiasiegerin in China krönte, suchte die weiter olympiamedaillenlose "Super-Sonja" draußen fast hilflos nach Gründen für das neue Kapitel in der olympischen Leidensgeschichte.

"Ich war so ruhig und optimistisch", meinte Pfeilschifter, die die letzten vier Weltcups binnen zehn Tagen gewonnen hatte: "Ich dachte, diesmal ziehe ich es durch." 23 perfekte Zehner lang sah das im Luftgewehr-Vorkampf auch so aus. Doch dann brachte sie die erste Neun - die mit 9,9 nur um einen Zentimeter neben der Zehn lag - völlig aus dem Konzept.

Nach einer erneuten Neun im 38. von 40 Schüssen drehte sie sich verzweifelt zu ihrem Trainer Hubert Bichler um. Nach den Plätzen fünf (Sydney) und sechs (Athen) hatte die nur 1,56 Meter große Pfeilschifter diesmal sogar das Finale um einen Ring verpasst.

"Situation bei Olympia wiederholt sich"

"Die Situation bei Olympia wiederholt sich. Sonja war mental nicht so stark", kommentierte Sportdirektor Heiner Gabelmann: "Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass sie als ewiger olympischer Verlierer ohne Medaille ihre Karriere beendet."

Wie sie das erneute Trauma bis zum Dreistellungskampf am Donnerstag aus dem Kopf bekommt, weiß sie allerdings selbst noch nicht so richtig. Bei der Königsdisziplin ist sie eine noch klarere Goldfavoritin, und zumindest die auf Platz 17 gelandete Kollegin Barbara Lechner glaubt an ein Happyend: "Jetzt ist der erste Druck mit der ganzen Presse weg. Dann haut's gefälligst besser hin." Die EM-Vierte Lechner aus Triftern musste sich mit 394 Ringen und Platz 17 begnügen.

© SID

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