Schiff ahoi! Blauer Himmel, ruhiges Meer. Klar zum Ablegen für Nebenerwerbsreeder.
Schiffsbeteiligungen versprechen Gewinn – nicht nur wegen der Steuervorteile

DÜSSELDORF. Zwei Jahre ist es her, da spielten Dollar, Chartermarkt und Fiskus mit Schiffsfondsanlegern "Schiffe versenken". Der Dollar ging auf Grund, war 60 Pfennig weniger wert als heute. Gleichzeitig fielen die Tagesmieten für Containerfrachter. Zudem schaffte der Fiskus Steuervergünstigungen ab und drohte mit der Mindestbesteuerung des Anlegers.

Doch der Sturm hat sich inzwischen gelegt. Dollar und Charterraten sind seitdem deutlich gestiegen, Schiffe billiger geworden. "Die Ostasienkrise zwang Koreas Werften zu Dumpingpreisen. Andere Schiffbauer mussten nachziehen. In den vergangenen beiden Jahren waren Schiffe 30 Prozent billiger als in den Jahren zuvor", sagt der Schifffahrtsexperte Jürgen Dobert. Und der Mindestbesteuerung können Anleger in diesem Jahr mit der Übergangsregelung letztmalig ausweichen.

Trotzdem muss in 2001 nicht auf Havariekurs zum Finanzamt gefahren werden. In Zukunft wird das Geld mit dem Schiff und nicht beim Fiskus verdient. Außerdem hat der Finanzminister mit der Tonnagesteuer dafür gesorgt, dass Reeder und Anleger nicht so leicht kentern. Auch wegen der neuen AfA-Tabellen muss nicht "SOS" gefunkt werden.

Was braucht ein Anleger also noch, damit ihn seine Schiffsbeteiligung nicht seekrank macht?

Geduld. Schiffe werden wegen der künftig längeren Abschreibungsdauer auch später verkauft.

Ein hohes laufendes Einkommen, damit die - künftig geringeren - Steuervorteile sich dennoch positiv auswirken und um den Ausfall von Ausschüttungen verschmerzen zu können.

Vermögen. Wer sich an einem Schiff beteiligt, wird Mitunternehmer und kann im schlimmsten Fall mit seinem Schiff Pleite gehen. Dann sollte genügend übriges Vermögen vorhanden sein, von dem sich zehren lässt.

Das nächste Sturmtief kommt bestimmt - ganz gleich, ob es der Chartermarkt oder der Dollar auslöst. Was hält den Anleger dann über Wasser?

Ein geringer Anteil der "weichen Kosten" am Investitionsvolumen, die den Kaufpreis übersteigen. Denn dieses Geld muss das Schiff mitverdienen. 15 Prozent sind genug. Die "E.R. Berlin" erfüllt das Kriterium nicht.

Niedrige Ratenerhöhungen.

Lang laufende Verträge mit Charterern bester Bonität. In diesem Punkt steht die "E.R. Berlin" besonders gut da. Aber: Kleinere Schiffe haben tendenziell kürzere Charterlaufzeiten. Eine Krisenerfahrung: Steht dem Charterer das Wasser bis zu Hals, verlangt er womöglich Ratenabschläge.

Gewinne aus dem Schiffsbetrieb sollten möglichst bald die anfänglichen Verluste übersteigen. "Vor dem Verkauf schaffen das aber nur die wenigsten Schiffe", sagt Knut Weitkamp, Geschäftsführer von Huneke?s Gesellschaft für Investitionsanalysen mbH.

Zurückhaltende Prognosen über den Verkaufspreis des Schiffes.

Eine eher pessimistische Einschätzung der Dollarkursentwicklung. Chartereinnahmen noch Schiffsverkaufspreis sollten mit deutlich niedrigerem als den aktuellen Dollarkursen um knapp 2,30 DM kalkuliert sein.

Währungsrisiken gering halten. Wenn aus den Dollareinnahmen eines Schiffes (Regelfall) eine Schiffshypothek in Yen, Schweizer Franken oder D-Mark zu bedienen ist, schmilzt der Zinsvorteil womöglich schnell dahin. Fast alle Fonds in der Tabelle nehmen Schiffshypotheken in Yen auf oder halten sich diese Möglichkeit offen.

Auf flexiblen Einsatz des Schiffes achten. Nur wenige Reeder können Containerschiffe mit mehr als 4 000 TEU (TEU: 20-Fuß-Standardcontainer) beschäftigen. Das schwächt die Position bei Verhandlungen über Raten und Schiffspreise. In den beiden nächsten Jahren werden viele große Containerschiffe abgeliefert. Trotz aller Flexibilität werden die Charterraten kleinerer Schiffe dann wohl nachgeben. Mehrzweckschiffe, die Schwer-, Massengut und Container laden können, finden leichter auskömmliche Beschäftigung.



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