Schiffbauzulieferer ordnet Vertrieb neu
Alfa Laval rüstet sich für den Börsengang

Die schwedische Gruppe sei abgekommen vom produktbezogenen Vertrieb und habe ihn auf die wichtigsten Abnehmerbranchen ausgerichtet, sagte Vorstandsvorsitzender Haraldsson dem Handelsblatt.

beu HAMBURG. Bei der schwedischen Alfa Laval-Gruppe, Lund, beginnt die Neuausrichtung des Vertriebs zu greifen. Wie der Vorstandsvorsitzende Sigge Haraldsson gegenüber dem Handelsblatt erläutert, ist die Gruppe 1999 abgekommen vom produktbezogenen Vertrieb und hat den Vertrieb auf die zehn für das Unternehmen wichtigsten Abnehmerbranchen ausgerichtet. Auf diese Weise kann der Konzern seinen Kunden nun die gesamte Produktpalette aus einer Hand anbieten, während bisher mehrere Alfa Laval-Vertreter bei den Kunden vorsprachen. Zugleich sieht sich Alfa Laval in die Lage versetzt, als Systemanbieter aufzutreten.

Die 1883 gegründete Alfa Laval-Gruppe ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer bei Wärmetauschern, Separatoren - damit werden Flüssigkeiten, zum Beispiel Öl und Wasser voneinander getrennt - und in der Flüssigkeitsbehandlung mit Pumpen und Ventilen. Die international wichtigsten Geschäftsfelder sind Zulieferungen und Ausrüstungen für die Brauerei- und Getränkeindustrie, die chemische und pharmazeutische Industrie, den Schiffbau, die Erdölgewinnung, die Papierindustrie, die Haustechnik, Fernwärmetechnik, Wasser- und Abwasserbehandlung sowie die Kraftwerksindustrie.

Die Alfa Laval-Gruppe gehörte lange zum schwedischen Konzern Tetra Laval und wurde Mitte des vergangenen Jahres an den Buy-Out-Fonds Industri Kapital veräußert. Tetra Laval hält weiterhin eine Minderheitsbeteiligung. Erklärtes Ziel von Industrie Kapital ist es, Alfa Laval in den nächsten Jahren an die Börse zu bringen.

Derzeit ist der schwedische Konzern für niedrigpreisige Produkte dabei, eine Kette freier Großhändler als zusätzliche Vertriebsschiene aufzubauen, wobei Service und Reparaturen in der Hand des Konzerns verbleiben. Der Serviceanteil am Gesamtumsatz, der momentan im Konzern bei 22 bis 23 % liegt, soll in drei bis fünf Jahren an ein knappes Drittel herankommen, kündigt Haraldsson an. In Deutschland liegt er bereits bei einem Drittel, erläutert Deutschland-Chef Claes Arnegren.

Im Rahmen der Neuausrichtung, die ihren vollen Effekt auf den Vertrieb ab dem Jahr 2002 erreichen soll, hat die Gruppe ihren Personalbestand von 12 200 auf 9 493 gesenkt und vier Fabriken in den USA, Kanada, Großbritannien und Spanien geschlossen. Deren Produktion wurde auf andere Werke verlagert. So stellt das Unternehmen in China kleinere Wärmetauscher für den Weltmarkt her.

Im ersten Halbjahr 2001 erwirtschaftete das Unternehmen 1,67 Mrd. DM Umsatz (+ 5 %) und verbesserte den Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) um 117 % auf 173 Mill. DM. Für das zweite Halbjahr ist Haraldsson vorsichtig optimistisch. Der Grund: Durch die geografisch und branchenmäßig breit gestreute Präsenz kann das Unternehmen Schwankungen in einzelnen Sektoren oder Ländern ausgleichen. In Deutschland arbeitet Alfa Laval mit 300 Mitarbeitern über die Tochter in Glinde bei Hamburg. Nach den USA und zusammen mit Japan ist Deutschland mit einem Umsatz von rund 300 Mill. DM der zweitwichtigste Einzelmarkt für den Konzern.

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