Schiffsbau
Noch eine Verfügung gegen HDW-Verkauf erwirkt

Im Streit um die Übernahme der Kieler Werft HDW durch den US-Finanzinvestor One Equity Partners (OEP) hat der US-Investor Guy Wyser-Pratte eigenen Angaben zufolge vor Gericht eine weitere Verfügung gegen die Transaktion erwirkt.

Reuters NEW YORK/DUISBURG. Ein Duisburger Gericht habe am Montag eine Verfügung erlassen, wonach dem bisherigen HDW-Mehrheitseigner Babcock Borsig "jeglicher" Verkauf von HDW-Anteilen verboten werde, teilte Babcock-Aktionär Wyser-Pratte am Montagabend mit. Bereits Ende Mai hatte das Gericht Babcock "jede weitere auf den Vollzug des Anteilsverkaufs gerichtete Aktion" verboten. Ungeachtet dieser ersten Verfügung war am vergangenen Freitag die Übernahme von 75 Prozent an HDW durch OEP vollzogen worden.

OEP hatte mitgeteilt, knapp 75 Prozent an HDW vom Babcock-Konzern und dem Touristikkonzern Preussag erworben zu haben. Diesem Eigentümerwechsel habe die erste Verfügung, die Wyser-Pratte gegen die Übertragung der von Babcock gehaltenen HDW-Anteile erwirkt hatte, nicht im Wege gestanden, hatte Babcock mitgeteilt. Es seien bereits alle notwendigen Schritte für die Anteilsübertragung eingeleitet gewesen, hatte ein Babcock-Sprecher dazu gesagt. Durch einen Automatismus sei OEP in den Besitz der HDW-Anteile gekommen.

Wyser-Pratte teilte indes am Montagabend weiter mit, darauf zu bestehen, dass der HDW-Verkauf nur mit Zustimmung der Babcock-Aktionäre erfolgen dürfe. "Ausgehend von dem Rat unserer Rechtsanswälte sind wir zuversichtlich, dass der Verkauf von HDW an One Equity Partners nicht gültig ist."

Wyser-Pratte gehe davon aus, dass die neue Verfügung weitere Transaktionen verbietet, bis eine ordentlich einberufene Hauptversammlung dem Verkauf von HDW zugestimmt habe.

Wyser-Pratte, der seit Januar zum Aktionärskreis bei Babcock zählt, hält rund acht Prozent am Grundkapital und will die Trennung Babcocks vom lukrativen Schiffbau-Geschäft verhindern. Babcock hatte im März überraschend angekündigt, 25 Prozent seiner HDW-Beteiligung von 50 Prozent plus einer Aktie an OEP zu verkaufen und den völligen Rückzug aus dem Schiffbau nicht ausgeschlossen.

Auf der Hauptversammlung im April erntete der Vorstand für diese Pläne viel Kritik von den Aktionären.

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