Schiffsbau soll verstärkt werden
Babcock mit nüchternem Ausblick

Der Oberhausener Technologiekonzern Babcock Borsig will seine profitablen Schiffsbauaktivitäten verstärken. Das Unternehmen werde so schnell wie möglich die Kieler Howaldtswerke Deutsche Werft - AG (HDW) komplett übernehmen, sagte der Vorstandsvorsitzende der Babcock Borsig AG, Klaus G. Lederer, am Montag bei der Vorlage der vorläufigen Geschäftszahlen in Düsseldorf.

dpa DÜSSELDORF. Babcock drängt bei seinen maritimen Aktivitäten verstärkt auf einen Werftenverbund mit der ThyssenKrupp-Tochter Blohm und Voss.

Falls die Gespräche mit ThyssenKrupp scheiterten, werde Babcock mit Schiffsbau-Töchtern in Schweden und Griechenland einen eigenen Werftenverbund gründen, kündigte Lederer an. Außerdem seien Gespräche über eine enge Kooperation mit dem italienischen Schiffsbauer Fincantieri bereits weit fortgeschritten. Mit einer spanischen Werft gebe es bereits Verhandlungen. Im Frühjahr hatten ThyssenKrupp und Babcock Borsig eine Absichtserklärung über eine engere Zusammenarbeit der Werften und eine gegenseitige Beteiligung abgegeben.

An HDW, der größten deutschen Werft, hält Babcock Borsig derzeit 50 % der Anteile plus eine Aktie. Auf die beiden 25-Prozent- Pakete der Preussag und des schwedischen Rüstungsunternehmens Celsius habe man eine Option, sagte Lederer. Mit Preussag liefen bereits Gespräche über eine Übernahme des Anteils. Das Geschäft mit dem Bau von Marine-Schiffen ist nach Unternehmensangaben sehr ertragsstark. Die Werften seien derzeit zu über 80 % mit dem Bau dieser Schiffe befasst.

Im zweiten Kerngeschäftsfeld Energietechnik will Babcock Borsig das Risiko beim Gesamtanlagenbau verstärkt durch Joint Venture begrenzen. Für Teilbereiche komme auch eine Minderheitenposition in Frage. An Kohlekraftwerken bestehe in Europa ein erheblicher Bedarf. Die Investitionsentscheidungen würden sich jedoch verzögern.

Im vergangenen Geschäftsjahr (30.9.) steigerte der Konzern seinen Jahresüberschuss um rund 24 % auf 26 Mill. Euro (50,85 Mio DM). Vor allem außerordentliche Effekte wie der Verkauf des Windkraftanlagen-Herstellers Nordex mit einem Beitrag von rund 203 Mill. Euro hätten zum höheren Ergebnis beigetragen.

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit wies einen Fehlbetrag von 78 Mill. Euro aus. Im Vorjahr war ein positives Ergebnis von 102 Mill. Euro erzielt worden. Ursache sei die Abrechnung von nur wenigen Großaufträgen. In zwei Jahren hofft der Konzernchef auf eine "Schwarze Null". "Erst im nächsten Geschäftsjahr 2002/03 kann man wieder über eine Dividende reden", sagte Lederer.

Der Auftragseingang ging von 5,8 auf 5 Mrd. Euro und der Umsatz von 6 auf 4,3 Mrd. Euro zurück. Grund für den Umsatzrückgang waren vor allem Verkäufe von Beteiligungen. Der Auftragsbestand stieg auf 11,3 Mrd. Euro (Vorjahr 10,4 Mrd. Euro). Am 30. September arbeiteten im Konzern rund 27 000 Beschäftigte (Vorjahr 30 600).

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