Schily: "Großer Schritt"
Nada neues Fundament im Anti-Doping-Kampf

Der deutsche Sport und die deutsche Politik verbinden mit der Fundamentierung der Nationalen Anti-Doping-Agentur Nada große Hoffnungen im Kampf gegen den Leistungsmittelmissbrauch. Bundesinnenminister Otto Schily sagte am Montag beim Gründungsfestakt im Alten Rathaus von Bonn, Deutschland sei es mit der Bekämpfung des Dopings im Sport sehr ernst.

HB BONN. "Mit der Gründung der Nada in Bonn kommt Deutschland im Kampf gegen das Doping einen großen Schritt voran", äußerte Schily. Die ehemalige Bundeshauptstadt ist auch Sitz der Agentur, die als unabhängige Stiftung ein Startkapital von 6,6 Mill. Euro hat.

An dem Festakt nahmen auch der Präsident des Deutschen Sportbundes (DSB), Manfred von Richthofen, NOK-Präsident Walther Tröger, die Vorsitzende der Sportminister-Konferenz, Annegret Kramp-Karrenbauer, Bonns Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann und Ulrich Haas, Vorsitzender der Anti-Doping-Kommission (ADK) des deutschen Sports, teil.

Hauptgeldgeber der Stiftung mit 5,1 Mill. Euro ist der Bund. Die Länder steuern eine Million bei, die Stadt Bonn 380 000 Euro. Die Deutsche Telekom AG und die Deutsche Bank AG haben für die kommenden Jahre insgesamt eine weitere Million Euro zugesagt. Das Engagement dieser Unternehmen würdigte Schily und forderte gleichzeitig alle gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereiche auf, "sich finanziell und mit ihrem Know-how in die Nada einzubringen".

Haas maß der Nada bereits im Vorfeld der Gründung eine hohe Bedeutung bei. Mit der Agentur schließe Deutschland zu den im Anti- Doping-Kampf führenden Nationen auf. Im "Deutschland Radio Berlin" plädierte Haas zugleich für eine strafrechtliche Verfolgung von Doping. "Das eine oder andere Mal schaue ich sehr neidvoll nach Italien, welche Möglichkeiten dort gegeben sind, um gerade das Umfeld strafrechtlich zu belangen und damit den Sumpf auszutrocknen", äußerte Haas.

Die seit 1991 bestehende ADK wird mit der Nada aufgelöst. Erster Vorsitzender der Stiftung wird Peter Busse, zuletzt Stellvertretender Leiter der Berliner Gauck-Behörde. Die ADK bewältigte in der Vergangenheit mit einem hauptamtlichen Mitarbeiter und einem Sachbearbeiter etwa 4000 Trainingskontrollen pro Jahr. Für die Nada sind fünf hauptamtliche Kräfte vorgesehen. Neben der Organisation der Trainingstests sollen künftig auch die bislang rund 3700 Wettkampfkontrollen, die seither die Sportverbänden durchführen, von der Nada zentral abgewickelt werden.

Die Nada wird vorläufig nur eingeschränkt arbeitsfähig sein. Weil Umbaumaßnahmen in einem früheren Gebäude der Bundesregierung in der Bonner Heuss-Allee nicht rechtzeitig abgeschlossen wurden, können die Mitarbeiter ihr neues Quartier voraussichtlich erst im Herbst 2002 beziehen. Das DSB-Präsidium lehnte es ab, dass das Nada-Büro übergangsweise in ein Provisorium einzieht.

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