Schily strebt Importverbot für Tiere an
Kampfhunde-Zuchtverbot beschlossene Sache

Die Innenminister der Länder haben heute ein bundesweites Zuchtverbot für für American Pitbullterrier, American Stafford- und Staffordshire-Terrier beschlossen.

afp DÜSSELDORF. Als Konsequenz aus den jüngsten Kampfhund-Attacken wollen die Bundesländer ein "unverzügliches Zuchtverbot gefährlicher Hunde" erlassen. Dies beschlossen die Innenminister am Mittwoch bei einer Telefonkonferenz, wie der nordrhein-westfälische Amtsinhaber Fritz Behrens (SPD) in Düsseldorf mitteilte. Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) wollr zudem dem Bundeskabinett vorschlagen, die rechtliche Grundlage für ein Importverbot von Kampfhunden zu schaffen und Verstöße gegen von den Ländern erlassene Zucht- und Haltungsverbote strafrechtlich zu ahnden. Die Innenminister begrüßten diesen Plan und bekräftigten, selbst "mit aller Härte" gegen Kampfhunde vorzugehen. In Hamburg verletzte am Dienstagabend ein Staffordschire-Terrier eine 27-jährige Joggerin.

Die Innenminster forderten Städte und Gemeinden zudem auf, einen Leinen- und Maulkorbzwang bei gefährlichen Hunden mit den bereits bestehenden rechtlichen Möglichkeiten durchzusetzen. "Nachdrücklich" unterstrichen sie "das Schutzbedürfnis der Menschen vor gefährlichen Hunden". Behrens verwies als Vorsitzender der Innenministerkonferenz zugleich darauf, dass die Maßnahmen nicht auf bestimmte Rassen wie Pitbull und Bullterrier festgelegt seien. Es könnten auch andere Hunderassen und Kreuzungen betroffen sein.

Die Berliner Arbeitssenatorin Gabriele Schöttler sprach sich im Fersehsender RTL dafür aus, "Hunde, die sich als gefährlich erwiesen haben", einzuschläfern. Berlin habe zudem ein Gesetz auf den Weg gebracht, das Haltung und Zucht der Tiere verbiete. Auch in Baden-Würrtemberg sieht der Entwurf einer neuer Kampfhunde-Verordnung ein Haltungs- und Zuchtverbot vor. Oberstes Ziel sei es, die Zahl der Kampfhunde zu verringern, sagte Innenminister Thomas Schäuble im ZDF.

Bundesweiter Maulkorberlass gefordert

Der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) forderte einen Stufenplan zum Verbot der Kampfhunde. Zuerst müsse "eine generelle Verpflichtung des Tragens von Maulkörben" für die Tiere bundeseinheitlich vorgeschrieben werden, sagte der stellvertretende Vorsitzende Holger Bernsee im Saarländischen Rundfunk. In den kommenden Jahren solle dann ein Verbot von Zucht und Handel folgen. In jedem Fall sei dabei eine bundeseinheitliche Regelung notwendig, betonte Bernsee.

Die Münchner Tierärztin Renate Jones mahnte im ZDF dagegen, dass das Verbot einer Hunderasse eine Sicherheit vorgaukele, die in Wirklichkeit nicht erreichbar sei. So seien etwa in Frankreich Rottweiler verboten, doch inzwischen zeichne sich ab, dass Riesenschnauzer aggressiv gezüchtet würden. "Jeder Hund ist fähig, Menschen schwer zu verletzen", sagte Jones.

Ausgelöst hatte die erneute Diskussion um schärfere Gesetze der tödliche Kampfhund-Angriff auf einen sechsjährigen Jungen am Montag in Hamburg. Der Halter des Hundes befindet sich derzeit in Untersuchungshaft. Von dem Halter und der Bulldogge, die am Montagabend einen 73-jährigen Mann in Köln schwer verletzt hatten, fehlte am Mittwoch nach Angaben der Polizei dagegen noch jede Spur.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%