Schlachtrufe mehren sich in der Presse
Journalisten eröffnen "das Wortgefecht"

Im Grunde ist es nur ein Spiel, ein Fußballspiel wohlgemerkt. Wenn aber die Begeisterung Wellen schlägt gibt es kein Halten mehr: "Die letzte Burg, die eingenommen werden muss, heißt Tschechien", schrieb die Zeitung "Ta Nea" (Montagausgabe) vor dem Halbfinale der Fußball-Europameisterschaft am Donnerstag (20.45 MESZ/ZDF) in Porto. "Das Spiel wird ein Duell zwischen den beiden erfolgreichsten Trainern dieser EM sein", meint das Blatt unter Hinweis auf die Verdienste von Otto Rehhagel und Karel Brückner.

HB ATHEN/PRAG. "Uns passt die Rolle des krassen Außenseiters", schrieb das Sportblatt "Goal". Auch die Fans reagierten am Montag zurückhaltend. "Wir haben bislang immer unsere Gegner respektiert. Das tun wir auch jetzt und können nur hoffen, dass Rehhagels Strategie wieder erfolgreich ist", sagte ein griechischer Anhänger. "Angst haben wir nicht. Respekt ja."

Nach dem Riesenerfolg in Portugal will Griechenland seinem deutschen Trainer Rehhagel sogar die Ehrenbürgerschaft des Landes verleihen. "Wenn er es will, dann wird es ihm keiner absprechen", sagte der griechische Vizeminister für Sport, Giorgos Orfanos, am Montag im Rundfunk. Rehhagel habe mehrfach gezeigt, dass er Griechenland liebt.

Aber auch herrische und selbstherrliche Auftritte. Dafür erntete "König Otto" jetzt erstmals Kritik in der Presse und auch aus der Mannschaft. Während des Frankreich-Spiels (1:0) soll der Coach in der Kabine ausgerastet sein, wie die angesehene Athener Zeitung "Eleftherotypia" erfahren haben will. "Rehhagel wandte sich während der Halbzeit an (Verteidiger) Kapsis wie ein deutscher Offizier an seine Untergebenen und schrie anschließend: Ich bin der Kaiser", schrieb das Blatt. Nationalspieler sollen verärgert gesagt haben: "Wir brauchen offenbar eine Ohrfeige, damit er wieder landet."

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