Schlagabtausch im Bereich Unternehmens-Software
Microsoft und Oracle behindern sich gegenseitig

Schlagabtausch zwischen den Softwarekonzernen Microsoft und Oracle: Beide Unternehmen präsentierten in den vergangenen Tagen neue Software - und wilderten damit zumindest teilweise in den angestammten Märkten des jeweils anderen.

siri SAN FRANCISCO. Der Datenbankspezialist Oracle machte den ersten Schritt: Die neue Software - "Oracle Collaboration Suite" - erlaubt es Unternehmen, E-Mail, Adressen, Sprachnachrichten und Kalender per Internet zu verwalten. Damit zielt sie auf Microsofts Outlook- und Exchange-Software, die bisher im Markt dominiert. Oracles Vorstandschef Larry Ellison sagte bei der Präsentation der Software in Redwood Shores/Kalifornien, dass er mit Microsoft vor allem über den Preis konkurrieren will.

Pro Nutzer soll die Lizenzgebühr für die Software 60 $ betragen. Nach den Berechnungen von Oracle würde Microsofts Software ein Unternehmen mit 5 000 Mitarbeitern rund 1,2 Mill. $ kosten, während der Preis für Oracles Konkurrenzprodukt bei 450 000 $ liege. Analysten gehen aber davon aus, dass der Preisvorteil nur bei Kunden zum Tragen kommt, die Oracles Datenbanken installiert haben. Eine völlige Umstellung von Microsoft auf Oracle käme teurer.

Mark Levitt, Analyst beim Marktforscher IDC ist daher skeptisch, ob Microsofts Kunden tatsächlich wechseln wollen: "Ich sehe ein Fragezeichen." Levitt glaubt, dass die Konkurrenz in diesem Markt zunehmen wird und sich neben Oracle, Microsoft und IBM weitere Anbieter etablieren. Analyst Jonathan Penn vom Marktforscher Giga Information Group bemängelt indes, dass die Versuche von Oracle, in diesem Markt Fuß zu fassen, zu lange auf sich hätten warten lassen.

Während Oracle versucht, Microsoft Marktanteile abzujagen, will Microsoft eine stärkere Position im Markt für Unternehmenssoftware erreichen - und präsentierte dazu jüngst neue Software zur Pflege von Kundendaten. Diese "CRM Software" ermöglicht es, Daten zwischen der E-Mail-Verwaltung Outlook, dem Internet-Explorer und Buchhaltungsanwendungen auszutauschen. Sie zielt auf kleine und mittlere Unternehmen mit 50 bis 500 Mitarbeitern.

Die CRM-Software ist ein weiterer Schritt auf dem Weg in den Markt für firmenspezifische Anwendungssoftware, den bislang SAP, Oracle, People-Soft und Siebel Systems dominieren. Der Eintritt von Microsoft in diesen Markt startete mit dem Kauf des Buchhaltungssoftware-Herstellers Great Plains im vergangenen Jahr. Ein weiterer Meilenstein ist die Übernahme des auf mittelständische Unternehmen spezialisierten dänischen Softwareherstellers Navison.

Quelle: Handelsblatt

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