Schlank statt Groß

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Schlank statt Groß

In der Finanz-Industrie brodeln die Gerüchte. Alle Fusionskombinationen - ob in Deutschland oder im Ausland - scheinen möglich. Erstrebenswert sind sie aber nicht.

In der Gerüchteküche steigen die Temperaturen.

Welche Bank schließt sich mit welchem Institut zusammen - und wann? Folgen den beiden amerikanischen Groß-Deals zwischen der Bank of America und Fleet Boston sowie zwischen JPMorganChase und Bank One nun transatlantische Zusammenschlüsse? Werden in Europa bei Bankfusionen nun nationale Grenzen überschritten? Kommt es wieder zum Zusammenschluss von Geschäftsbanken und Investmentbanken? Alles scheint möglich. Nur: Sind diese Zusammenschlüsse auch erstrebenswert - zumindest aus der Sicht der Aktionäre?

Bigger is better - Größe zählt und zahlt sich aus. Diversifikation ist zwingend. So lauteten die Wahrheiten der Vergangenheit. Heute gelten sie offenbar nicht mehr, zumindest aber nicht mehr uneingeschränkt, selbst wenn die Mega-Deals in den Vereinigten Staaten einen neuerlichen Hang zur Größe erkennen lassen. In Wahrheit streben die Banken nach Kosteneinsparungen. Es gibt keinen Hinweis darauf, dass große Banken oder Finanzkonglomerate mit hohen Vermögenswerten und langen Bilanzen bessere Renditen verdienen als kleinere Institute. Im Gegenteil. Diese Beobachtung gilt insbesondere beim Blick auf die in den letzten Übernahmerunden entstandenen Allfinanzanbieter.

Was heute bleibt - als treibender Faktor hinter den Zusammenschlüssen - ist das Streben nach einmaligen Kosteneinsparungen, die in der Tat substanziell sein können. Gleichzeitig aber gilt es darauf zu achten, dass die unterschiedlichen Unternehmenskulturen zueinander finden. Sonst fressen die Reibungsverluste die Kosteneinsparungen schnell wieder auf.

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