Schlanke Struktur kommt dem Unternehmen zugute
Diba will als Preisbrecher Baufinanzierung ausbauen

Die Allgemeine Deutsche Direktbank (Diba) will 2003 über niedrige Preise und gute Serviceleistungen ihren Marktanteil in der Baufinanzierung deutlich ausbauen. "Wir wollen der Preisbrecher sein", sagte Diba-Vorstandschef Hafner am Donnerstag. Das Neugeschäft im Bereich Baufinanzierung will die mehrheitlich zum niederländischen Allfinanzkonzern ING gehörende Direktbank im kommenden Jahr auf 800 Mill. Euro verdoppeln. Hauptziel sei die so genannte Anschlussfinanzierung.

Reuters FRANKFURT. Mit dem Ausbau des Baufinanzierungsgeschäftes will die Bank ihre Entwicklung vom Anbieter einfacher Einstiegsprodukte zu einem Komplettanbieter mit Hausbankstatus vorantreiben: "Wir sehen uns als Vollbank", sagte Hafner.

Zwei Drittel der geplanten Neugeschäftssteigerung bei der Baufinanzierung will die Diba bei den Anschlussfinanzierungen generieren. Dabei handelt es sich um die weitere Finanzierung einer Immobilie nach Auslaufen des ursprünglichen Darlehen nach meist fünf, zehn oder 15 Jahren. "Bei der fälligen Anschlussfinanzierung sind erstaunlich viele Kunden bereit, das Prolongationsangebot der bisher finanzierenden Bank anzunehmen", sagte Hafner. Dafür gebe es aber im Allgemeinen kaum einen Grund, da deren Angebote oftmals alles andere als attraktiv seien. Bestandskunden müssten oft darum kämpfen, bei den Anschlusskonditionen nicht schlechter gestellt zu werden als Neukunden, obwohl das Risiko deutlich geringer sei. Die Verlängerungsangebote kämen dazu oft so kurzfristig, dass dem Kunden kaum Zeit bleibe, sich nach günstigeren Alternativen umzusehen.

Die Diba wolle sich diesen Markt durch günstige Konditionen und durch zusätzlichen Service erschließen. "Der Kunde, der einen Baudarlehensvertrag mit der Diba abschließt, das Geld aber erst später braucht, zahlt sechs Monate lang keine Bereitstellungszinsen", sagte Hafner. Bei der geplanten Preisgestaltung komme der Diba zum einen ihre schlanke Struktur zugute. Die Kosten pro Kunde seien deutlich niedriger als bei anderen Banken. Außerdem wolle die Diba verstärkt Potenziale bei bereits bestehenden Kundenbeziehungen nutzen. "Viele Kunden mit Extra-Konto kommen auch für die Baufinanzierung in Frage", sagte Hafner.

Probleme, das angestrebte Neugeschäft bewältigen zu können, sieht Hafner nicht: "Wir haben vor allem über unser Extra-Konto viel Liquidität hereingenommen." Dazu komme die Rückendeckung durch die Konzernmutter ING, die der Diba nahezu unbegrenzte Ressourcen ermögliche. Die Diba hat in den ersten zehn Monaten 2002 einen Zuwachs von rund 900 000 Konten verzeichnet. Ein Großteil geht dabei auf das so genannte "Extra-Konto", zurück, ein Tagesgeldkonto mit einer Verzinsung von derzeit 3,5 Prozent.

Auch die derzeit schlechten Rahmenbedingungen des Marktes für Baufinanzierungen angesichts der Diskussion um eine reduzierte Eigenheimförderung sowie der schwachen Konjunktur und hohen Arbeitslosigkeit schrecken den Diba-Chef beim geplanten Ausbau des Geschäftsbereiches nicht: "Wir sind Anti-Zykliker. Wir haben auch unser Tagesgeldkonto bereits zu einer Zeit gestartet, als alle Welt noch Aktieninvestments propagiert hat." Auch bei den Baufinanzierungen "hängen wir uns jetzt vor einen Zug, der noch nicht fährt", sagte Hafner.

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