Schlechte Konjuktur schlägt auf den Umsatz
Holcim mit Gewinn-Trendwende im dritten Quartal

Der Schweizer Zementkonzern Holcim hat in den ersten neun Monaten 2002 einen Rückgang des Reingewinns um 16,2 Prozent auf 514 Millionen sfr verzeichnet. Im dritten Quartal konnte Holcim nach eigenen Angaben den negativen Gewinn-Trend aber brechen und für 2003 ist der Konzern zuversichtlich.

Reuters ZÜRICH. Die breite konjunkturelle Abkühlung schlug sich bei Holcim im Umsatz nieder. Der sank in den ersten neun Monaten 2002 trotz höherer Verkaufsvolumen um 3,6 Prozent auf 9928 Millionen sfr. Das Betriebsergebnis war trotz der Abschwächung des Dollars sowie von Lokalwährungen in Lateinamerika und Asien marginal höher bei 1559 (Vorjahr 1553) Millionen sfr. Währungsbereinigt habe sich das Betriebsergebnis gar um acht Prozent verbessert, teilte Holcim am Donnerstag weiter mit. Der Reingewinn sei durch eine höhere Steuerrate und einmalige Abschreibungen für stillgelegte Produktionsanlagen in Argentinien belastet worden.

Gesamtjahresumsatz dürfte leicht sinken

Für das Gesamtjahr erwartet Holcim bei gleichbleibenden Rahmenbedingungen einen Umsatz leicht unter Vorjahr. Auf Stufe Betriebsergebnis seien aufgrund von operativen Verbesserungen die Chancen intakt, das Vorjahresresultat knapp zu erreichen. Beim Reingewinn werde der Wert des Vorjahres aufgrund von Sonderbelastungen unterschritten.

2001 erzielte Holcim bei einem Umsatz von 13.644 Millionen sfr ein Betriebsergebnis (Ebit) von 1945 Millionen sfr und einen Reingewinn von 812 Millionen sfr. Wesentlichen Anteil an der operativen Trendwende im dritten Quartal hatte die Region Nordamerika, wo Holcim nach einer technisch bedingten Verzögerung das neue Werk in Portland zur Jahresmitte in Betrieb nehmen konnte. Es sei der Gesellschaft bereits gelungen, einen Teil des Produktionsausfalls des ersten Semesters wettzumachen. Der Betriebsgewinn der Region Nordamerika lag bei 222 (234) Millionen sfr.

Laut Torsten Wyss, Analyst bei der Bank Julius Bär, konnte Holcim den Ebit im Nordamerika-Geschäft im dritten Quartal um 90 Prozent steigern. "In Nordamerika sind die Probleme offensichtlich gelöst, die Situation im Werk Portland scheint unter Kontrolle. Das vierte Quartal dürfte in Nordamerika noch besser ausfallen als das dritte Quartal."

Expansion in Asien/Pazifik geplant

Holcim selbst sieht angesichts der operativen Verbesserungen - neben der Behebung der Probleme in den USA wurden auch verschiedenen Gesellschaften restrukturiert - für 2003 ein positiveres Bild. "In den USA werden wir dann das ganze Jahr vom Werk Portland profitieren. In Lateinamerika haben wird die Krise benutzt, um zu restrukturieren," sagte CEO Markus Akermann auf einer Pressekonferenz in Zürich. Auf der anderen Seite bestünden weiterhin Unsicherheiten bezüglich der Makroökonomie und der Währungen, so Akermann. Holcim wolle längerfristig vor allem in der Region Asien/Pazifik zulegen, wo Experten das grösste Wachstumspotential sehen. Akermann nannte die Länder China und Indien. Auch in Brasilien würde Holcim zugreifen, wenn sich eine Gelegenheit ergebe. Holcim habe bereits jetzt die Führungsrolle in den Schwellenländern Lateinamerikas und Asiens und besitze damit gegenüber dem weltweiten Branchenführer Lafarge einen Vorteil, so Akermann. Lateinamerika ist die profitabelste Region für Holcim.

Die Holcim-Aktien gewannen bis um 14 Uhr 0,1 Prozent auf 249,75 sfr. Die neun-Monatszahlen, die Holcim erstmals veröffentlichte, lagen im Rahmen der Analystenerwartungen. Britta Simon von der Bank Sarasin sieht trotz der attraktiven Bewertung der Holcim-Aktien wenig Potential für die Holcim-Aktie. Neben der allgemeinen konjunkturellen Unsicherheit sei eine mögliche weitere Senkung der öffentlichen Ausgaben in den USA im kommenden Jahr ein Grund zur Sorge.

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