Schlechte Konjunkturdaten bringen Aktienmärkte unter Druck
Börsenschwäche heizt US-Zinsspekulation an

Unerwartet schlechte Konjunkturdaten haben nicht nur zu neuen Kursverlusten an den Aktienmärkten geführt, sondern auch den erwarteten Zinsschritt in den USA verstärkt in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Nachdem zuletzt eine Zinssenkung um 0,25 Prozentpunkte als wahrscheinlich galt, halten nun einige Volkswirte, wie der Chefökonom Bruce Steinberg von der Investmentbank Merrill Lynch, inzwischen eine Senkung um 50 Basispunkte für wahrscheinlich. Das wäre das sechste Mal in diesem Jahr, dass die Fed die Zinsschraube in diesem Maß lockert. Die amerikanischen Notenbanker kommen am 27. Juni zusammen.

ant/hus/som NEW YORK/FRANKFURT. Vorerst dominiert nach den neuerlichen Gewinnwarnungen die Sorge über eine weitere Talfahrt an den Aktienmärkten. Negative Nachrichten des Netzwerkausrüsters Nortel Networks und Gerüchte über eine mögliche Gewinnwarnung des Software-Giganten Microsoft ließen die US-Technologiebörse Nasdaq zum Wochenausklang bis an die wichtige Marke von 2 000 Punkten fallen. In Frankfurt rutschte der Nemax 50 unter 1 500 Punkte. Der Deutsche Aktienindex (Dax) fiel unter die psychologisch bedeutsame Linie von 6 000 Zählern.

Mitverantwortlich waren die jüngsten Konjunkturdaten. Nach Angaben der amerikanischen Notenbank sank die Industrieproduktion in den USA im Mai um 0,8 %. Volkswirte hatten einen Rückgang von nur 0,4 % prognostiziert. Zugleich ging die Kapazitätsauslastung im Mai von 78,2 % im Vormonat auf 77,4 % zurück und war damit so gering wie seit August 1983 nicht mehr. Der Index des US-Verbrauchervertrauens sank im Juni auf 91,6 von 92 Punkten im Mai. Die Entscheidung über die weitere Zinspolitik in den USA dürften in dieser Woche die Anträge auf Arbeitslosenhilfe und die Frühindikatoren zur Konjunkturentwicklung geben.

Angesichts der schlechten Börsenstimmung sagte die Degussa-Tochter Zentaris überraschend ihren für heute geplanten Gang an den Neuen Markt ab. Auch an der Emission des norwegischen Öl- und Gaskonzerns Statoil, dessen Anteilsscheine heute an den Börsen in Oslo und New York debütieren sollen, ging die Marktlage offenbar nicht spurlos vorüber. Der Ausgabepreis liegt mit 69 norwegischen Kronen im unteren Drittel der Bookbuilding-Spanne.

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