Schlechte Marktverfassung
Nordsee verschiebt Börsengang

Auch Unternehmen der Old Economy scheitern am derzeit unfreundlichen Börsenklima. Europas größte Fisch Nordsee AG-Restaurantkette hat ihren für den 2. Juli geplanten Börsengang nach eigenen Angaben verschoben, und das zwei Tage, nachdem die Zeichnungsfrist verlängert worden war. Selbst zu einem Festpreis von 15 Euro fanden sich nicht genügend Interessenten.

rtr/vwd/ap FRANKFURT. Die Nordsee-Entscheidung, den Börsengang nicht durchzuführen, ist ein schlechtes Zeichen für zukünftige IPOs, sagt Mattias Joerss, Senior Vice President Equity Strategy bei Sal. Oppenheim. "Die Tür für Neuemissionen ist jetzt geschlossen. Der einzige Weg, sie wieder zu öffnen, wären deutliche Bewertungsabschläge, um die Anleger wieder zum Zeichnen zu bewegen", erklärt er weiter.

Wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte, hat es sich vor dem Hintergrund eines sich "rapide verschlechternden Marktes für Neuemissionen" zusammen mit dem von UBS Warburg geführten Bankenkonsortium und den von Apax Partners beratenen Fonds zu diesem Schritt entschlossen.

Die "sehr positiven Reaktionen" die die Nordsee nach eigenen Angaben in den vergangenen Wochen von Investoren erfahren hat, hätten die ehrgeizigen Börsenpläne mehr als bestätigt. "Es liegt jedoch weder im Interesse des Unternehmens noch in dem der bisherigen und künftigen Aktionäre, wenn sich aufgrund der schlechten Marktverfassung der faire Wert des Unternehmens im Sekundärhandel nicht von Beginn an widerspiegeln würde", hieß es.

Am Dienstag hatte Nordsee die Zeichnungsfrist für den ursprünglich für Mittwoch geplanten Börsengang verlängert und die Aktien zu einem Festpreis von 15 ? angeboten. Die ursprüngliche Preisspanne hatte zwischen 19 und 24 ? betragen. Das neue Angebot war zudem auf 7,5 Mill. Aktien von 9,775 Mill. Anteilsscheinen reduziert worden. Die Restaurantkette hatte den günstigeren Einstiegspreis mit der schwierigen Marktsituation begründet.

Den bisherigen Angaben sollte die Aktie, deren Zeichnungsfrist am Mittwoch ablief, am 2. Juli erstmals an der Börse gehandelt werden. Ursprünglich sollte der Börsengang bereits am 27. Juni vollzogen werden.

Marktführer im Fischgeschäft

Nordsee ist nach eigenen Angaben in Europa die Nummer eins unter den Schnellimbiss-Restaurants, die Fisch- und Meeresspezialitäten anbieten. Das Unternehmen verfügt über mehr als 400 Standorte in Deutschland, Österreich und Schweiz. Angesichts des derzeit noch im europäischen Vergleich unterdurchschnittlichen Fischkonsums in Deutschland sieht Nordsee insbesondere auf ihrem Heimatmarkt noch große Wachstumspotenziale.

Das vor 105 Jahren gegründete Unternehmen erwirtschaftete im Geschäftsjahr 1999/2000 nach eigenen Angaben einen Umsatz von 680 Mill. DM (rund 348 Mill. Euro) und ein Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 82 Mill. DM. Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2000/2001 verbesserte sich der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 12,5 % auf 396 Mill. DM und das Ergebnis um 24 % auf 57 Mill. DM.

Die Graumarktkurse der Börsenkandidaten im Überblick

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