Schlechte Nachricht für Flugzeughersteller
Boeing muss Treibstoffpumpen von 1 440 Flugzeugen prüfen

Die Luftfahrtbehörde hat die Inspektionen angeordnet. Bisher wurde 116 defekte Pumpen entdeckt.

kk NEW YORK. Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat die Inspektion von 1 440 Flugzeugen des US-Luftfahrtkonzerns Boeing Co. angeordnet. Die Maschinen, die bei US-Fluggesellschaften im Einsatz sind, müssen auf Fehler an den Treibstoffpumpen geprüft werden. Betroffen sind Flugzeuge der populären Baureihen 737, 747 und 757 mit Pumpen der Firma Hydro Inc. -Aire aus dem kalifornischen Burbank, die zwischen Januar und April dieses Jahres eingebaut wurden. Die FAA befürchtet, dass eine fehlerhafte Verkabelung der Pumpen zu einer Explosion im Treibstofftank führen könnte. Bisher habe es noch keine schwer wiegenden Zwischenfälle gegeben, aber es seien 116 defekte Pumpen entdeckt worden. Die Fluggesellschaften müssen die Inspektion binnen vier Tagen abgeschlossen haben. Ein Sprecher der Behörde sagte, eine entsprechende Empfehlung sei auch an ausländische Flugbehörden gegangen. Ausländische Fluggesellschaften hätten insgesamt 2 100 Boeing-Maschinen mit den betreffenden Pumpen im Einsatz. Für Boeing kommt die Nachricht zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Das Unternehmen mit Sitz in Chicago befindet sich derzeit mitten in festgefahrenen Verhandlungen mit seiner Mechaniker-Gewerkschaft. Ein Vermittler der Regierung hat zwar einen Streik, der heute begonnen hätte, zunächst verhindert, und die Mitarbeiter haben in letzter Minute beschlossen, ein zweites Mal über das Angebot der Geschäftsführung abzustimmen. Aber ein Streik der 25 000 Gewerkschaftsmitglieder ist immer noch nicht ausgeschlossen. Die Fronten sind verhärtet. Die Gewerkschaften verlangen außer höheren Renten und Zahlungen an die Krankenkassen vor allem Job-Garantien. Doch dazu ist die Geschäftsführung des Airbus-Konkurrenten nicht bereit. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, die Produktivität zu erhöhen. Die Vermittler von Boeing haben sich nun bereit erklärt, sich am Mittwochmorgen in Washington mit Vermittlern der Regierung zu treffen. Boeing-Sprecher Chuck Cadena sagte jedoch, das Unternehmen werde nur sein letztes Angebot begründen und sei zu keinen weiteren Verhandlungen mit den Gewerkschaften bereit. Einige Beobachter glauben allerdings, dass Boeing es auf einen Streik ankommen lassen will. "Sie senden auf jeden Fall das Signal", sagt Randolph Babbitt, Präsident von Eclat Consulting, einer Beratungsfirma für Fluggesellschaften. "Ich glaube nicht, dass Boeing unter einem Streik wirklich stark leiden würde. Es gibt so viele Airlines, die ihre bestellten Maschinen derzeit nicht abholen", sagt der Experte. Da mache es nicht viel aus, wenn die Produktion eine Zeit lang zum Erliegen käme.

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