Schlechte Nachrichten von der Wall Street
Einbrechende Kurse und explodierende Gully-Deckel

Die US-Börsen haben am Mittwoch schwächer geschlossen, nachdem der Erdgas-Pipeline- und Energiehändler El Paso Gewinne unter den Analysten-Prognosen vorausgesagt hatte und der Chipfabrik Novellus Systems-Ausrüster sich geweigert hatte, einen Ausblick für das zweite Halbjahr 2002 zu geben.

Reuters NEW YORK. Der Dow-Jones-Index schloss um 0,59 Prozent tiefer auf 9923,04 Punkten. Der Nasdaq-Index verlor 1,68 Prozent auf 1624,37 Zähler. Der Standard&Poor's-Index beendete die Sitzung mit 1067,66 Punkten um 0,64 Prozent niedriger.

El Paso brachen um mehr als 23 Prozent auf 27,01 Dollar ein. Der Erdgas-Pipeline- und Energiehändler teilte mit, der Gewinn werde 2002 und 2003 wegen der enttäuschenden Leistung des Energiehandel-Bereichs unter den Prognosen der Wall Street-Analysten liegen. El Paso will die Zahl seiner Stellen in der Handelssparte halbieren.

Die Papiere von Novellus Systems Inc fielen um sieben Prozent auf 43,4 Dollar. Der Ausrüster für Chipfabriken hatte seine Erwartungen für die Aufträge im zweiten Quartal erhöht, weigerte sich aber, eine Prognose für die zweite Jahreshälfte zu geben.

Bilanzregeln gedehnt oder gebrochen

Die Papiere von Halliburton gaben 3,26 Prozent auf 18,72 Dollar nach. Das Unternehmen hatte zuvor bekannt gegeben, dass die Börsenaufsicht SEC eine Untersuchung der Abbuchung von offenen Forderungen als Umsatz eingeleitet habe. Untersucht würden dabei Projekte aus dem Jahr 1998, als US-Vizepräsident Dick Cheney der Chef Executive des Unternehmens war. Die "New York Times" hatte am 22. Mai unter Berufung von Bilanzspezialisten berichtet, Halliburton habe die Bilanzregeln "gedehnt" oder sogar eventuell gebrochen.

Die Aktien der Adelphia Communications schlossen um 42 Prozent tiefer auf 1,16 Dollar, nachdem der Kurs bereits am Vortag um 28 Prozent gesunken war. Das "Wall Street Journal" hatte berichtet, dass die Barmittel von Adelphia in etwa zehn Tagen aufgebraucht würden, wenn das Unternehmen durch den Verkauf von Vermögenswerten keine neuen Gelder beschaffen könne. Adelphia führe bereits Verkaufsverhandlungen, hatte es geheißen. Die Ratingagentur Moody's warnte, die Wahrscheinlichkeit eines Konkurses bei Adelphia sei gestiegen.

Explodierende Gullydeckel

Die Investoren seien angesichts andauernder Ängste vor einem Anschlag in New York nervös, sagten Händler. Das FBI hatte vor einer Woche gewarnt, dass New Yorker Wahrzeichen wie die Brooklyn Bridge oder die Freiheitsstatue Ziel von Anschlägen sein könnten. Die Explosion von Kanaldeckeln in der Nähe des Empire State Buildings hatte unmittelbar vor der Eröffnung der Wall Street am Mittwoch laut Händlern solche Ängste neu geschürt. Dies habe an den Märkten Gerüchte über einen neuen Anschlag ausgelöst und zu den schwachen Future kurz vor Beginn des Handels an der New Yorker Börse beigetragen, meinten Future-Händler. "Es gibt keine Explosion am Empire State Building", sagte ein Polizeisprecher. "Es war ein Gully-Deckel."

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