Schlechte Nachrichten zeigen keine Wirkung
Schwacher US-Konjunkturindex bremst Dax

Nach dem überraschenden Rückgang des US-Konjunkturindexes der Federal Reserve Bank von Philadelphia haben die deutschen Aktien am Donnerstag einen Teil ihrer Kursgewinne bis zum Börsenschluss eingebüßt.

Reuters FRANKFURT. Nach Angaben der Fed von Philadelphia rutsche das Konjunkturbarometer im August auf minus 3,1 Zähler, nach plus 6,6 Stellen im Vormonat. Analysten hatten jedoch mit einem Anstieg auf 7,2 Punkte gerechnet. Ein Wert unter Null deutet auf eine Abschwächung der wirtschaftlichen Aktivität hin.

Chefökonom Michael Moran von Daiwa Securities sagte, die Zahlen seien zwar nicht so schlecht wie während der Rezession im vergangenen Jahr. Der kontinuierliche Rückgang des Indikators in den vergangenen Monaten beunruhige aber. Im Juni hatte das Barometer noch bei 22,2 Punkten gelegen.

Im Mittelpunkt des Interesses standen daneben die Titel von MLP. MLP hatte am Morgen Geschäftszahlen im Rahmen der Erwartungen bekannt gegeben und dabei seine mittelfristige Wachstumsprognose auf jährlich 20 von 30 % gesenkt.

Indizes im Plus - Euro im Aufwind - Renten erholt

Der Deutsche Aktienindex (Dax) schloss am Donnerstag 2,1 % fester bei 3665,74 Zählern, nachdem er zuvor bis zu 3,7 % im Plus tendiert hatte. Unterdessen verbuchte der VDax, der über die Schwankungsbreite des Börsenbarometers Auskunft gibt, mit 9,2 % einen kräftigen Kursrutsch, lag damit aber immer noch auf dem Niveau nach den Anschlägen vom 11. September.

Am Neuen Markt stieg der Auswahlindex Nemax 50 indes um 3,5 % auf 487,49 Punkte. Der Nebenwerte-Index MDax lag 1,3 % im Plus bei 3 382,35 Stellen, und der Dow Jones Euro Stoxx 50 der größten europäischen Aktien zog ebenfalls um 3,5 % auf 2 743,63 Zähler an.

An der Wall Street tendierte nach anfänglichen Gewinnen der Dow Jones bei Börsenschluss in Deutschland knapp über und der technologielastige Nasdaq-Index knapp unter dem Vortagesschluss. In Reaktion auf die schwachen US-Daten stieg der Euro am Abend auf ein vorläufiges Tageshoch von 0,9848 $. Anleihen machten derweil einen Teil ihrer Verluste wett.

MLP Trotz Prognosesenkung kräftig im Plus

Die Aktien von MLP stiegen um 5,6 % auf 15 Euro. Ein Analyst bezeichnete die gesenkte Wachstumsprognose als "immer noch beachtlich". Ein Händler ergänzte, das vorgelegte Ergebnis sei eine gute Basis, um das Vertrauen in den Wert wieder herzustellen.

MLP steht seit Wochen wegen Spekulationen um angebliche Bilanzungereimtheiten im Rampenlicht. Die Aktie hat ihren Wert seit Monatsbeginn fast verdoppelt, nachdem sie zuvor auf ein Sechs-Jahres-Tief gefallen war. Dennoch liegt der Aktienpreis immer noch rund 80 % unter dem Rekordhoch des Vorjahres.

Infineon von Aktienplatzierung unbeeindruckt

Die Papiere von Infineon schlossen 0,6 % fester bei 11,35 Euro. Zuvor hatte der schwedische Telekom-Ausrüster Ericsson mitgeteilt, 27,5 Mill. Infineon-Aktien an der Börse platziert zu haben. Händler begründeten die Stabilität des Papiers mit dem freundlichen Gesamtmarkt. Außerdem sei der Markt froh, dass die Platzierung abgeschlossen sei. Und schließlich gebe es Hoffnung auf eine baldige Erholung der Nachfrage für Speicherchips und entsprechend steigende Preise.

Auf der Verliererseite standen dagegen die Titel der Lufthansa, die sich um gut zwei Prozent auf 11,85 Euro verbilligten. Wenige Tage nach dem Insolvenzantrag von US Airways ist die Muttergesellschaft der zweitgrößten US-Fluggesellschaft United Airlines, UAL, eigenen Angaben zufolge ebenfalls von der Insolvenz bedroht. Lufthansa arbeitet mit United im Luftfahrtbündnis "Star Alliance" zusammen.

Hochwasserschäden kein Thema bei Versicherungswerten

Trotz möglicher Belastungen durch die Überflutungsschäden stieg der Branchenindex für die Versicherer im Dax um 2,3 %. Die freundliche Stimmung am Gesamtmarkt sei hier der entscheidende Faktor, sagten Händler.

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