Schlechte Renditen
MAN prüft Abgabe ganzer Geschäftsbereiche

"Ähnlich schlechte Renditen wie im vergangenen Jahr" erwartet MAN-Vorstandschef Rudolf Rupprecht für das Geschäftsjahr 2002. Der Nutzfahrzeug- und Maschinenbau-Konzern denkt daher über die Abgabe einiger Geschäftsbereiche oder Tochtergesellschaften nach.

rtr/vwd FRANKFURT/M. Wie Rupprecht im Gespräch mit der "Börsen-Zeitung" sagte, wird das Erreichen der Ziele durch Belastungen aus der MAN Technologie erschwert. Grundsätzlich sei die MAN aber der Meinung, dass sie ihre Ziele aufrecht erhalten soll.

Das Unternehmen rechnet bislang mit einer Umsatzrendite von fünf Prozent. Die ROCE-Prognose lautet 15 Prozent. Vor diesem Hintergrund sei ein großer Maßnahmenkatalog beschlossen worden. Weitere Schritte seien vor allem im Bus-Bereich und bei MAN Technologie nötig, erklärte Rupprecht.

"Für einige Unternehmen gibt es Kriterien, die diese im Moment nicht erfüllen und sie auf absehbare Zeit auch nicht erfüllen werden, und da müssen wir überlegen, ob es eine Umgebung gibt, in der sich das eine oder andere Unternehmen besser entwickeln kann", sagte Rupprecht der Zeitung.

So überlege MAN schon seit längerem, ob der in der Luft- und Raumfahrt tätige Bereich MAN Technologie nicht in einen größeren Verbund eingebracht werden könnte. Abschreibungen auf die Beteiligung an der Arianespace hatten das MAN-Ergebnis im ersten Quartal belastet. "Diese Entwicklungen tragen sicherlich dazu bei, unsere Überlegungen etwas zu beschleunigen."

Auch den Gedanken über eine Deutsche Anlagenbau AG wolle sich MAN nicht verwehren, sagte Rupprecht. Wenn MAN aber seine profitable Anlagenbausparte Ferrostaal in ein solches Unternehmen einbringen sollte, müsse dies für den Konzern vorteilhaft sein. "Wir wollen auch nicht, dass ein guter Ergebnisträger Schwächen anderer Anlagenbauunternehmen ausgleichen muss."

Bankenkreisen zufolge gibt es Überlegungen bei der Allianz und der Deutschen Bank, die Anlagenbausparten der mg Technologies und von Thyssen-Krupp zu einer neuen deutschen Anlagenbaugruppe zusammenzuführen. Zu einem späteren Zeitpunkt könnten auch MAN und Linde ihre Anlagenbausparten in einen solchen Konzern einbringen, hatte es geheißen. Experten sehen solche Pläne allerdings skeptisch.

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