Schlechte Stimmung in der Branche
Musikindustrie startet Offensive gegen CD-Brennen

Angesichts drastischer Umsatzeinbußen hat die deutsche Musikindustrie eine neue Offensive gegen illegales CD-Brennen angekündigt.

Reuters KÖLN. "Der dramatische Anstieg der Raubkopien bringt uns in immer größere Schwierigkeiten", sagte Peter Zombik, Geschäftsführer des Bundesverbandes der Phonographischen Wirtschaft, vor Beginn der Musikmesse Popkomm am Mittwoch in Köln. Die meisten Musik-Unternehmen würden ihre Produktion in den nächsten Wochen auf Compact Discs mit Kopierschutz umstellen.

Zombik forderte die Bundesregierung auf, überfällige gesetzliche Regelungen gegen privates CD-Brennen zu treffen. Die Branche setze große Hoffnung auf die anstehende Umsetzung einer EU-Richtlinie zum Urheberrecht bei digitalen Medien. Im ersten Halbjahr 2001 konnten die deutschen Unternehmen nur 109 Millionen Tonträger verkaufen, im Vergleichzeitraum 2000 waren es noch elf Prozent mehr. Der Umsatz brach nach Verbandsangaben sogar um fast 13 Prozent ein.

Über eine schlechte Stimmung in der Branche berichten auch die Veranstalter der Musikmesse Popkomm. Die 13. Auflage der nach Veranstalterangaben weltweit größten Musikmesse, die von Donnerstag bis Sonntag in Köln stattfindet, muss erstmals einen Rückgang bei den Ausstellerzahlen hinnehmen. "Wir versuchen dieser Entwicklung mit einer stärkeren Internationalisierung und neuen Spezialangeboten entgegenzutreten", sagte Ulli Großmaas vom Veranstalter Musik Komm. Insgesamt seien 838 Unternehmen aus 33 Ländern angemeldet, davon rund 55 Prozent aus dem Ausland. Erstmals hätten auch Anbieter aus Israel, Kamerun und Mexiko Messestände gemietet.

Neben der reinen Verkaufsveranstaltung treten im Rahmen der Popkomm auch wieder eine Vielzahl bekannter und aufstrebender Künstler auf. Am Wochenende werden rund zweieinhalb Millionen Menschen zum größten Musikfest Europas in der Kölner Innenstadt erwartet.

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