Schlechte Stimmung und fehlende Impulse
Nemax 50 fällt erstmals unter 900 Punkte

Angeführt von den starken Verlusten des Finanzsektors ist der Neue Markt am Montag mehr als drei Prozent schwächer in die Woche gestartet und hat erneut Tiefstände markiert. Zeitgleich fiel der Deutsche Aktien Index auf ein 32-Monatstief bei 4 593 Stellen, die Aktie der Deutschen Telekom rutschte unter den Preis, zu dem institutionelle Anleger das Papier im November 1996 erhalten hatten.

Reuters FRANKFURT. Händler führten dies auf die anhaltend schlechte Stimmung und fehlende Impulse zurück. "Der Markt wird nicht nach oben gehen, solange es keine positiven Meldungen gibt", sagte ein Händler mit Blick auf das neuerliche Rekordtief des Auswahlindex Nemax 50 von 888 Punkten.

Im Laufe der Woche seien aber keine Impulse zu erwarten. Lediglich die Ratssitzung der Europäischen Zentralbank am Donnerstag stehe auf dem Plan, sagte ein Händler. Die Mehrzahl der von Reuters befragten Analysten rechnet jedoch nicht mit einer weiteren Zinssenkung im September.

Der alle Werte umfassende Nemax-All-Share-Index gab 4,56 % auf ein Jahrestief von 922 Punkten nach, die im Nemax 50 zusammengefassten Blue Chips verloren 4,27 % auf 888 Zähler. Am Freitag hatten die Indizes rund 1,5 % nachgegeben. Die US-Technologiebörse hatte den Handel 1,05 % leichter bei 1 687 Punkten verlassen. Der Dow Jones hatte 2,39 % auf 9605 Punkte nachgegeben.

Der Finanzsektor des Neuen Marktes büßte wegen der hohen Verluste der Mailänder Finanz-Dienstleisters Bipop Carire rund acht Prozent ein. Das italienische Unternehmen verlor auf Xetra mehr als elf Prozent und in Mailand über sieben Prozent. Von den deutschen Direktbanken verloren Consors mehr als drei Prozent und die Direkt Anlage Bank knapp zwei Prozent.

Fusionsgerüchte bei Mobilcom und E-Plus

Nach einem Medienbericht zu einer möglichen Fusion der beiden Mobilfunkunternehmen Mobilcom und E-Plus tendierte die im Auswahlindex Nemax 50 notierte Mobilcom-Aktie gegen den Markttrend gut behauptet bei 18,52 ?. Händler zeigten sich zunächst unbeeindruckt von der Nachricht einer möglichen Fusion. "Über Fusionen wird derzeit so viel gemunkelt. So lange es keine Fakten gibt, kann ich nicht viel darauf geben", sagte ein Händler. Beide Unternehmen kommentierten den Bericht nicht.

Im Blickpunkt des Handels standen auch die Papiere des im All-Share-Index gelisteten Software-Anbieters Softline. Am Morgen hatte das Offenbacher Unternehmen mitgeteilt, der Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) habe sich im Geschäftsjahr 2000/01 mit 6,3 Mill. ? im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als verzwanzigfacht, während sich der Umsatz auf 85,6 (Vorjahr: 42,0) Mill. ? verdoppelt habe. Dennoch solle im laufenden Geschäftsjahr 2001/02 durch bereits eingeleitete Gegenmaßnahmen die Gewinnschwelle erreicht werden, sofern sich die Konjunktur normalisiere. Die Softline-Aktie fiel um 11,4 % auf ein Jahrestief von 1,55 ?.

Im Einklang mit dem Gesamtmarkt entwickelte sich am Montagvormittag auch die Aktie des Biotechnologieunternehmens GPC Biotech, die um gut vier Prozent auf 8,25 ? fiel. Die Gesellschaft hatte am Montag bekannt gegeben, von den US-Behörden zwei Patente auf ein Enzym zur Entwicklung von Medikamenten gegen Pilzerkrankungen erhalten zu haben. GPC wird Ende nächster Woche nach einer Entscheidung der Deutschen Börse in den Nemax 50 aufgenommen. Auch Evotec BioSystems gaben deutlich nach und stürzten zeitweise um mehr als 16 % auf ein Jahrestief von 7,43 ?.

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