Schlechte Vorgaben aus den USA belasten: Neuer Markt landet unsanft tief im Minus

Schlechte Vorgaben aus den USA belasten
Neuer Markt landet unsanft tief im Minus

An der Wachstumsbörse trübt sich die Stimmung nach einem verheißungsvollen Jahresauftakt wieder einmal ein. Kursverluste in den USA und hausgemachte Probleme bei namhaften Firmen führten dazu, dass der Nemax All Sahre am Montag 4,21 Prozent schwächer bei einem Stand von 1 139 Punkten den Handel beendete. Der Nemax 50 gab 5,41 Prozent auf 1 185 Punkte ab.

FRANKFURT/M. Das Gefühl ist Börsianern nicht neu, denn es war gestern wie jedesmal, wenn sich die Hoffnung auf bessere Zeiten wieder einmal als verfrüht erwies. Wer mit Beginn des neuen Jahres und der sehr erfolgreichen ersten Börsenwoche gleich auch eine Zeitenwende an der Wachstumsbörse erhoffte, der ist spätestens seit gestern wieder hart auf dem Boden der Realität gelandet. Und das lag zweifellos nicht nur an den Worten von US-Notenbankchef Alan Greenspan, der am Freitagabend einen nicht allzu optimistischen Konjunkturausblick gab.

Es lag speziell am Neuen Markt an den Enttäuschungen, die erneut von einstmals namhaften Unternehmen hingenommen werden mussten. So fiel dem Münchener Filmvermarkter Internationalmedia (IM) reichlich spät auf, dass er wegen der Verschiebung von Geschäftsabschlüssen sein Ergebnis für das abgelaufene Jahr nach unten korrigieren muss.

Dass IM sich mit der Senkung seiner Prognosen bis zum letzten Moment Zeit ließ, sorgte am Markt für Missstimmung. Die IM-Aktie fiel um 21,24 % auf 17,80 Euro. Da half es im Moment auch wenig, dass die Münchener die Übernahme des US-Studios Spyglass ankündigten, wodurch in diesem Jahr beim Umsatz die Milliarden-Euro-Grenze überschritten werden soll. Die Aktie, die als einer der letzten verbliebenen Vorzeigewerte unter den Medientiteln galt, hat damit erste Kratzer abbekommen.

Die hat die Balda-Aktie bereits seit dem vergangenen Jahr, nachdem der Hersteller von Handy-Gehäusen damals zweimal innerhalb weniger Monate seine Prognosen nach unten revidierte. Gestern nun kündigte das Unternehmen nochmals schlechtere Zahlen für 2001 an und revidierte gleichzeitig seine Prognosen für 2002 nach unten. Um 13,61 % auf 7,30 Euro verlor die Aktie. Die Meldung, dass Balda in die Medizintechnik einsteigen und damit unabhängiger vom Telekommunikationsbereich werden will, verpuffte nahezu am Aktienmarkt.

Ihre Prognosen für 2002 hat auch die Mülheimer Easy Software nach unten korrigiert. Der Anbieter von Dokumenten-Management-Systemen musste gleichzeitig verkünden, dass er im abgelaufenen Jahr tiefer in die Verlustzone gerutscht ist als ursprünglich geplant. Die Aktie verlor jedoch lediglich 2,78 % auf 3,50 Euro.

Aber auch positive Meldungen fanden in dem trüben Umfeld am Montag Nachmittag nicht die Wirkung, die sich die dahinter stehenden Unternehmen eigentlich erwartet hatten. Der Erlanger Laser-Spezialist Wavelight hat nach vorläufigen Berechnungen im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres sowohl Umsatz als auch Ergebnis-Planzahlen mehr als erreicht. Trotzdem gewann die Aktie nur 0,09 % auf 11,59 Euro. Seit Mitte Dezember hatte sie allerdings 25 % zulegen können.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%