Schlechte wirtschaftliche Entwicklung
Holzmann kündigt weiteren Stellenabbau und Verlust an

Gut anderthalb Jahre nach der spektakulären Rettungsaktion baut der Frankfurter Baukonzern Holzmann weitere 500 bis 700 Stellen ab.

dpa-afx BERLIN. In einem Interview mit der "Berliner Zeitung" kündigte der Vorstandsvorsitzende Konrad Hinrichs außerdem an, dass sein Unternehmen wegen der schlechten Baukonjunktur voraussichtlich auch in diesem Jahr Verluste machen werde. Mit den geplanten Stellenstreichungen sei die Schließung der Niederlassung in Kassel verbunden, erläuterte ein Konzernsprecher am Sonntag in Frankfurt. Der Personalabbau solle sozialverträglich erfolgen.

Der Frankfurter Baukonzern Philipp Holzmann hat seit der Finanzkrise annähernd 6 000 Stellen abgebaut und sich damit von einem Fünftel seiner Belegschaft getrennt. Zudem wurden rund 150 Beteiligungen und Tochterfirmen verkauft.

Die neuen Stellenstreichungen begründet der Konzern mit der schlechten wirtschaftlichen Entwicklung. "Wir sind in einem Krisenzustand, der beginnt, ein Dauerzustand zu werden", sagte Hinrichs über die Lage am Bau.

Auftragseingänge im Baugewerbe gehen weiter zurück

Im Bauhauptgewerbe seien die Auftragseingänge in den ersten fünf Monaten 2001 nochmals um 7 % und der Umsatz sogar um 11 % zurückgegangen. Derart schlechte Zahlen habe es noch nie gegeben. Die bereits im vergangenen Jahr mit einem Verlust von 156 Mill. DM (79,8 Mio Euro) verpasste "schwarze Null" sei auch im laufenden Geschäftsjahr nicht zu erreichen, sagte der Holzmann-Chef, der noch im Juni Gewinne angekündigt hatte.

Hinrichs verteidigte das milliardenschwere Hilfspaket der Gläubigerbanken und des Bundes. Von der staatlichen Hilfe sei noch kein Pfennig in Anspruch genommen worden. Sie solle nur eingesetzt werden, um das Exportgeschäft zu stärken. Die öffentliche Hilfe sei eine wichtige Initialzündung gewesen, die geholfen habe, bis zu 60 000 Arbeitsplätze zu erhalten.

Den Vorstandsvorsitz werde er wie geplant am Jahresende aufgeben, sagte Hinrichs der Zeitung. Bis dahin solle ein Partner für eine mögliche Fusion gefunden worden sein. Der Vorstandschef deutete an, dass es sich um einen ausländischen Baukonzern handeln könnte. Es gebe mehrere Interessenten.


Bauwirtschaft: Bis zu 100 000 Arbeitsplätze gefährdet

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